Titel und Cover von Django Wexlers Roman versprachen eine witzige, schräge und fantastische Lektüre – und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Geschichte von Davi, Dark Lord in spe, speist sich aus allerlei bekannten Ideen, Themen, Settings,… aus Anime, Fantasy, (Pop-)Kultur uvm. Davi entstammt unserer Realität, wurde aber vor einer Ewigkeit in eine alternative, fantastische Realität katapultiert. Dort versucht sie seither auf Trial-and-Error-Basis den Aufstieg des Dark Lord zu stoppen. Doch nach unzähligen, zumeist schmerzhaften Toden beschliesst sie, selber Dark Lord zu werden, denn sie hat die Faxen dicke.
Ich-Erzählerin Davi schreibt flapsig und ironisch von ihren Ambitionen, Toden (teils durch Selbstmord), ihrem Scheitern und Neuanläufen. Herrlich sind ihre Fussnoten, die im eBook am Ende der Kapitel stehen. Es brauchte etwas Zeit, bis ich mich an ihre explizite Sprache gewöhnt hatte und bis die Geschichte die nötige Tiefe erhielt, um nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu fesseln. Sie ist eine faszinierende Heldin, an der mich insbesondere ihre Offenheit, Fairness und ihr moralischer Kompass begeistern. Sie schreibt unverblümt von ihren sexuellen Vorlieben, bei aller Aktivität bleibt der Spice-Faktor jedoch gering. Gut gefallen hat mir auch Wexlers Worldbuilding, die wechselnde Landschaft, die wir auf Davis Quest durchstreifen und die verschiedenartigen Wesen, auf die wir dabei stossen.
Davi schreibt im Präsens und spricht uns direkt an. Dabei stellt sich die Frage, von welchem Zeitpunkt aus sie von den Ereignissen berichtet. Den Anfang schildert sie mehr im Schnelldurchlauf, und auch wenn wir irgendwann den Eindruck gewinnen, «live» dabei zu sein, springt sie durchaus noch vor und zurück. Sie hat uns somit teilweise noch etwas Wissen voraus.
Der erste Teil der eigenwilligen Duologie* hat mich bereits bestens unterhalten und lässt mich gespannt auf die Fortsetzung warten, die sicher einige Twists in petto hat.
Augenzwinkernd und locker leicht aus dem Englischen übersetzt von Ruggero Leò.
*Es ist zumindest als solche angekündigt. Mal schauen, ob es dabei bleibt.