208 Seiten lang zu lesen, wie schlecht sie und wie toll er ist, fühlte sich an, wie mit hohen Schuhen über Kopfsteinpflaster zu laufen: geht schon, gerne tut man es aber nicht. Zum Glück war es so gut geschrieben. Schöne Formulierungen und spannende Gedanken findet man in diesem Buch zuhauf – negatives Selbstbild und Unterwürfigkeit auch. Diese Realität gab es und gibt es immer noch, ganz klar. Und es ist auch okay, darüber zu schreiben. Aber dann bitte mit Abrechnung – mit mehr Wut, Zynismus oder Humor. Aber einen kommentarlosen Disstrack auf sich selbst zu lesen, während man bei ihrem Typen schon fast die Heiligenbilder in Auftrag geben muss, widerstrebt mir. Ich finde nicht, dass wir in feministischer Hinsicht weit genug gekommen sind, um dieses Buch aus sicherer Distanz lesen oder aus archivarischen Gründen wertschätzen zu können. Und an alle, die ihre Beziehung in diesem Buch wiedererkennen – trennt euch!