Das Buch hat mich bereits allein vom Cover her angesprochen. Die Konstellationen und das generelle Himmelsthema versprachen für mich schon vieles.
Was dann gefolgt ist, ist nicht gerade ganz das, was ich erwartet habe, besonders in Hinsicht auf die Schlangenkonstellation auf dem Cover, aber es ist dennoch nicht schlecht. Es muss sich ja zum Glück auch nicht immer gleich um Ophiuchus drehen, auch wenn ich nichts dagegen hätte und man es gerade für die Gegenpartei zumindest eine Motivation hätte sein können.
Das Buch baut viel auf Geheimnissen auf und kann damit gut packen. Man bleibt durchwegs neugierig, wodurch man auch schnell hindurchkommt. Obwohl eigentlich zusammengefasst nicht allzu viel passiert, so hat man durch diesen leichten Schreibstil dennoch ein gewisses Tempo und es zieht sich nicht wirklich.
Das grösste Problem liegt jedoch an der Vagheit von so ziemlich allem. Wie gesagt, der Schreibstil ist angenehm und man verliert sich zum Glück nie komplett im Buch, aber eigentlich weiss man auch nicht wirklich viel. Es gibt eine strenge Hierarchie, die man zum Glück hinten auf dem Buch sieht und sie sind wohl geschichtsmässig weit zurückzuführen auf einen alten Asteroiden (wobei die Verbindungen dort ebenfalls vage sind). Es gibt eine Gegenseite, von der man aber nicht weiss, warum es die Gegenseite überhaupt gibt, denn man weiss eigentlich von beiden Seiten nicht, was die Hauptaufgabe ist (man sah mal kurz etwas von der Manipulation auf der Suche nach Planet X, aber nicht mehr). Mags selbst hat bis zum Ende des Buches offiziell noch nicht einmal den Begriff Heirs gehört, man weiss also bis auf die eine Person aus diesem Kreis so gut wie gar nichts über sie. Auch die Kräfte selbst sind vage gehalten. Wo genau sind dort die Grenzen und wer genau kann was (es gibt wohl Zeitmanipulation und Supergehör aber was noch)? Kann ein Seeker zum Beispiel schon alle Kräfte auf einer Anfängerstufe nutzen oder nicht? Und wo sind jetzt, bis auf die Namen (Pluspunkte dafür, dass mehr als nur die bekanntesten Sternnamen dafür genommen wurden), die kosmischen Verbindungen, die man eigentlich stark vermutet? Besonders, wenn man es dann in Hinsicht auf die grosse Wendung betrachtet?
Man hat eine gewisse Basis, ja. Und man versteht auch die Basis noch gerade gut genug, dass man nicht den Faden verliert, aber sobald man beginnt Fragen zu stellen, zerbricht das System in sich selbst. Band zwei wird gewaltig viel an Fragenaufklärung und Auflösung nutzen, um das Konstrukt nicht zerbrechen zu lassen. Und genau dort sehe ich die Zweifel. Es muss ja nicht alles im ersten Band geklärt werden, dass muss es nie und gerade hier sind die Geheimnisse an sich auch spannend gestaltet, aber es wurde bisher so extrem wenig erklärt, dass ich befürchte, dass es gar nicht mehr zufriedenstellend aufgeklärt wurde. Wenn man noch nicht einmal das Grundziel der Knights kennt, muss der zweite und schon letzte Band noch so einiges aufholen.
Es ist viel, dass so zusammenkommt an Kritik, aber anders als andere Bücher zerfällt das Buch nicht an dieser Fehlinformation. Es zeugt immer noch von einer starken Grundidee und einer immerhin klar durchdachten Geschichte, aber in den Details verliert es sich etwas.
Trotz allem hat es mir noch immer extrem gefallen. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und noch gibt es immer einen zweiten Band, der einiges auflösen kann. Ich sah die Fehler, aber es hat mich irgendwie auch einfach nicht gestört, einfach weil ich eben allein schon von der Grundidee so gefesselt bin. Mit der Hoffnung, dass auch noch mehr aufgeklärt wird, gibt es von mir für dieses Buch vier Sterne.