Auch der dritte Band der Reihe um Loveday und Ryder lässt keine Wünsche offen. Das Ermittlerduo wächst einem mit jeder Seite mehr ans Herz. Ihre Dynamik ist glaubwürdig und charmant zugleich. Der Mordfall ist spannend konstruiert und fesselt bis zur letzten Seite. Besonders gelungen ist der Spannungsbogen: Erst auf den letzten zwanzig Seiten wird klar, wer der Täter ist.
Schon die ersten beiden Bücher haben mich begeistert, daher waren meine Erwartungen an diesen dritten Teil entsprechend hoch. Und sie wurden voll erfüllt. Die Geschichte überzeugt nicht nur durch Spannung, sondern auch durch ihren feinen Humor. Der Handlungsort Oxford in den 1960er Jahren sorgt für nostalgische Momente und interessante Einblicke in eine vergangene Zeit. Man begegnet immer wieder Situationen, die für die Protagonisten neu, für uns heute aber selbstverständlich sind, etwa ein privater Telefonanschluss statt der Telefonzelle am Straßenende.
Neben dem Kriminalfall bietet das Buch auch gesellschaftliche Einblicke: Besonders deutlich wird der damalige Stand der Gleichberechtigung. Loveday ist die einzige Frau bei der Polizei, wird von ihren Vorgesetzten oft nicht ernst genommen, obwohl sie hervorragende Arbeit leistet. Zusammen mit Ryder bildet sie ein eingespieltes Team, das sich hervorragend ergänzt.
Das zentrale Thema des Schönheitswettbewerbs mag auf den ersten Blick nicht ganz zeitgemäß wirken, doch die Autorin geht sensibel damit um und beleuchtet auch die Schattenseiten solcher Veranstaltungen. Einige Klischees tauchen zwar auf, doch sie stören das Lesevergnügen nicht wesentlich.
Sprachlich ist das Buch angenehm zu lesen: flüssig geschrieben und mit vielen charmanten Redewendungen, die den Stil lebendig machen. Einige davon habe ich inzwischen sogar in meinen eigenen Sprachgebrauch übernommen. Auch für alle, die Französisch lernen, ist dieses Buch empfehlenswert. Die Sätze sind gut verständlich und nicht zu komplex.
Ein rundum gelungener Wohlfühlkrimi: Der Mord dient als spannender Rahmen für liebevoll ausgearbeitete Charaktere und ein atmosphärisches Zeitbild. Der Band lässt sich zwar unabhängig lesen, doch wer die ersten beiden Teile kennt, wird die Entwicklung der Figuren noch besser nachvollziehen können.