„Ganz aus Splittern“ ist ein Buch, das sich durch einen interessanten Ansatz und eine grundsätzlich vielversprechende Prämisse auszeichnet. Leider konnte es mich persönlich dennoch nicht überzeugen. Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich Schwierigkeiten, mich wirklich auf die Geschichte einzulassen, und mit zunehmendem Verlauf wurde es immer mühsamer, am Ball zu bleiben.
Der Roman wirkt auf mich stark von Klischees durchzogen – sei es in der Figurenzeichnung, den zwischenmenschlichen Beziehungen oder der Art, wie bestimmte Themen behandelt werden. Obwohl ich die Charaktere eigentlich sympathisch fand, blieben sie für mich zu oberflächlich und entwickelten sich nicht in einer Weise, die mich emotional berührt oder überrascht hätte. Viele ihrer Handlungen wirkten vorhersehbar, und statt lebendiger Persönlichkeiten fühlte es sich oft an, als würde ich bekannten Rollenbildern begegnen.
Auch der Schreibstil war für mich eher ein Hindernis als ein Genuss. Die Sprache war zwar nicht per se schlecht, aber sie traf schlicht nicht meinen Geschmack. Viele Passagen empfand ich als unnötig ausschweifend oder betont poetisch, ohne dass dies inhaltlich viel Mehrwert geboten hätte. Diese ausführlichen Beschreibungen zogen sich teils zäh durch das Buch und raubten der Handlung Tempo und Spannung.
Dabei finde ich es wirklich schade, denn die Grundidee des Romans hätte durchaus Potenzial gehabt. Es schien zunächst, als könne die Geschichte neue Perspektiven eröffnen oder etwas Ungewöhnliches erzählen – aber stattdessen blieb sie für mein Empfinden im Gewohnten stecken. Der Versuch, Tiefe zu erzeugen, wirkte manchmal eher bemüht als authentisch.
Insgesamt habe ich mich durch das Buch regelrecht hindurchkämpfen müssen. Ich hatte weder Freude noch echte Neugier auf das, was noch kommen würde, und der Gedanke, weiterzulesen, wurde für mich zur Pflicht statt zur Lust. Trotz vereinzelter guter Momente und sympathischer Ansätze konnte „Ganz aus Splittern“ mich nicht erreichen.
Fazit:
Ein Buch, das einen spannenden Ansatz verspricht, aber letztlich an zu vielen Klischees, einem wenig fesselnden Schreibstil und mangelnder Tiefe in der Figurenentwicklung scheitert. Wer nach emotionaler Wucht oder literarischer Überraschung sucht, wird hier womöglich enttäuscht.