Mit viel Tempo, Witz und Einfallsreichtum sorgt auch Band 3 der «Crazy Family» von Markus Orths für kurzweiliges, von Glucksen und lautem Lachen unterbrochenes (Vor-)Lesevergnügen. Diesmal verschlägt es die sechsköpfige Familie nach Kenia, wo nichts so läuft wie ursprünglich geplant.
Orths schreibt als allwissender Erzähler und wechselt innerhalb der Kapitel die Perspektiven. Die Kapitel selbst sind überwiegend nur acht Seiten lang, unterbrochen von Horst Kleins ausdrucksstarken und gewitzten schwarz-weiss-Illustrationen: ob als Vignetten, ganzseitig oder als Kapitelverzierung – auch illustratorisch ist das Buch abwechslungsreich. Der Text selbst ist in Serifen mit grosszügigem Zeilenabstand, regelmässigen Absätzen und in grösserer Schrift gesetzt.
Für’s Verständnis der Reihe brauchte es nicht zwingend den Band 2 (obwohl wir den auch noch vorlesen werden daheim), aber der Start bei Band 1 wäre durchaus empfehlenswert. Denn den Vorsatz zieren zwar Porträts der Familie und Orths stellt jedes Familienmitglied und seine Eigenarte anfangs vor, aber mit entsprechendem Vorwissen macht es einfach noch mehr Spass.
Gelegentlich wurden Informationen wiederholt, was nicht unbedingt hätte sein müssen (bspw. dass Zoschs Bisamratte «Ratte» heisst) und den Untertitel «Die Hackebarts greifen an!» finde ich etwas verwirrend, da ich nicht den Eindruck hatte, sie würden irgendetwas oder -jemanden angreifen. Aber das sind minimale Hickerle.
Insgesamt ein witziges, einzigartig schräges, unterhaltsames Kinderbuch zum Vor- und Selberlesen ab 10 Jahren.