Eines vorne weg: Männer haben es in dieser Geschichte ziemlich schwer.
Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Frauen, Hermine – Herself -, Rose Thorn, Dorothy – Donkey - , Prim Rose und Molly. Alle miteinander verbandelt, teils verwandt oder durch das Schicksal zusammengeführt. Die Whiteheart-Frauen leben anders als in der konservativen, von Männern dominierten Gegend Michigans üblich ist. Sie leben autonom, ohne Männer, tief Verbunden mit der Natur. Dies führt schnell dazu, voreilige Urteile zu bilden, Wut zu entfachen und Unwahrheiten zu glauben. Die Männer dieser Geschichte sind durchwegs als konservative, von Testosteron geleitete Wesen geschildert, mit dem Hang zu Gewalt und Alkoholsucht – bis auf Titus, der Rose Thorn liebt und auf Händen trägt, jedoch nicht um ihr dunkelstes Geheimnis weiss und erst spät – zu spät? – erfährt, warum Donkey, Rose Thorns Tochter, ihm so ähnlich sieht. Im Gegensatz dazu jedoch, wird die Natur Michigans in ihrer ganzen Fülle und Schönheit wundervoll beschrieben, worin die M’saugas, die Klapperschlangen, einen roten Faden durch die Geschichte ziehen.
Fazit:
Es ist schon einige Tage her, seit ich das Buch beendet habe und noch immer bin ich im Zwiespalt damit. Es war eine atmosphärische Geschichte, die mich in eine ganz spezielle Stimmung gebracht hat, teils hat sie mich wütend gemacht ob den Lebenseinstellungen der Protagonisten, immer wieder hat sie mich besänftigt mit den wunderschönen Naturbeschreibungen. Es ist eine Geschichte in der nicht wahnsinnig viel passiert, sie plätschert oftmals so dahin, was das Buch zeitweise etwas langatmig machte. Für mich sind verpasste Chancen eine zentrale Botschaft dieses Buches. Da mehrmals Gewaltexzesse an Menschen und Tieren oder zwischen Tieren beschrieben wurden, wäre für mich eine Triggerwarnung angebracht gewesen. Wer einen außergewöhnlichen Schreibstil und besondere Protagonisten gepaart mit ganz viel Naturverbundenheit sucht, ist mit diesem Buch gut bedient.