Es gibt diese Geschichten, bei denen man nach der letzten Seite einfach nur noch da sitzt, einmal tief durchatmet – und sich wünscht, man könnte sie zum ersten Mal noch einmal lesen. Genau so ein Buch war „A Tale of Foxes and Moons” für mich.
Rebecca Humpert hat eine unglaublich atmosphärische, emotionale und zugleich komplexe Geschichte erschaffen, die japanische Mythologie, Urban Fantasy und eine bittersüsse Liebesgeschichte vereint. Schon das Setting hat mich von der ersten Seite an begeistert: Die Mischung aus modernen Elementen – Aikos Musikgeschmack, die Universität, Social Media – und der alten Welt der Götter, Legenden und uralten Konflikte schafft einen wunderschönen Spannungsbogen zwischen Tradition und Gegenwart.
Die Geschichte selbst entwickelt sich auf eine sehr besondere Weise. Während man zu Beginn dem Rätsel um die Kodama, die Rachegeister und die mysteriösen Explosionen folgt, wird man im zweiten Teil der Geschichte immer tiefer in die jahrhundertealten Verstrickungen der Götter Inari und Tsukuyomi hineingezogen. Es war fast so, als würden zwei Geschichten ineinander verwoben — was der Welt eine schöne Komplexität verliehen hat. Einzig hätte ich mir bei manchen Nebenfiguren wie Chiakis Bruder Yamato oder Aikos Tante noch etwas mehr Hintergrund gewünscht.
Der grosse Twist rund um Aikos Vater war für mich absolut überraschend und sehr gelungen. Dass sich hinter seiner Fassade die Reinkarnation des Chaosgottes verbirgt, hebt die Geschichte auf eine ganz andere Ebene. Gleichzeitig wirft genau dieser Aspekt auch Fragen auf, die die Autorin bewusst offenlässt – etwa, wie sehr er seine Familie manipuliert hat oder warum er trotz seiner Kräfte in manchen Momenten so passiv blieb.
Der Schreibstil ist flüssig, detailreich und wunderbar atmosphärisch. Besonders schön fand ich die kleinen Details, wie die wiederkehrenden Szenen mit den Katzen, Aikos Vorliebe für Taylor Swift und die kleinen Eigenheiten der Figuren, die ihnen so viel Leben eingehaucht haben. Hier werden Charaktere nicht nur beschrieben, sondern spürbar gemacht.
Besonders berührt hat mich die Liebesgeschichte.
Aiko und Chiaki sind für mich kein klassisches „Enemies to Lovers“-Paar, sondern viel mehr: Sie sind Seelen, die durch die Jahrhunderte miteinander verbunden sind. Der bittersüsse Ausgang ihrer Geschichte hat mich sehr berührt. Gerade der Epilog, in dem sie durch Reinkarnation eine neue Chance erhalten, hat für mich den Kreis der Geschichte auf wunderschöne Weise geschlossen.
👉 Mein Fazit:
„A Tale of Foxes and Moons“ ist eine emotionale, wunderschön erzählte Geschichte über Liebe, Schicksal, Schuld und Vergebung, verpackt in ein faszinierendes Setting, das mich noch lange begleiten wird. Für alle, die auf Mythologie, Magie und grosse Gefühle stehen, ist dieses Buch eine absolute Leseempfehlung!
⭐ 5/5 Sterne