Die Geschichte von Veronika und Karl beginnt im Jahr 1930 in München. Die beiden verlieben sich, aber die äußeren Umstände bieten nicht den Nährboden für eine glänzende Zukunft. Karl ist Bauingenieur, aber arbeitslos wie so viele. Zwar hat Vroni eine Stelle in einem Hotel, aber die Lebenshaltungskosten sind hoch und wie will man so eine Familie gründen. Da gewinnt die Idee, sich mit einem Krämerladen selbstständig zu machen , an Glanz. Dank der Unterstützung durch Karls Familie wird der Traum Wirklichkeit und die beiden können heiraten. Durch einen glücklichen Zufall bekommt Karl eine Anstellung in seinem Beruf und Vroni kümmert sich um den Laden. Doch reich werden die beiden nicht. Lebensmittel sind knapp und die Leute haben wenig Geld. Auch der Einfluss der NSDAP nimmt zu und macht das Leben nicht einfacher. Als Vroni nicht mehr an jüdische Kunden verkaufen darf, steht das Geschäft vor dem Ruin. Zum Glück bekommt Karl eine gut bezahlte Stelle an der Ostsee angeboten und Vroni, Karl und die beiden Töchter ziehen um. Auch hier ist das Leben nicht frei von Beschränkungen. Dann kommt zu Weihnachten 1940 der Einberufungsbefehl für Karl
Auf den ersten Seiten habe ich mich schwer getan. Die Autorin reiht die Ereignissen im sachlichen Ton aneinander und mir blieben Vroni und Karl fremd. Nur selten habe ich Einblicke in ihre Gefühlswelt. So hat mich die für mich übertriebene Eifersucht Karls unangenehm berührt und ich habe Vroni bedauert. Was das Buch in meinen Augen auszeichnet, ist die anschauliche Beschreibung des alltäglichen Lebens einer normalen Familie zur damaligen Zeit. Das Leben besteht zu großen Teilen aus Arbeit, hat aber auch kleine Freuden. Da wird ein Faschingsball besucht. Man geht Schlittschuh laufen. Rührend war , wie Vroni sich über eine Waschmaschine freut, war doch die Wäsche eine elende Plackerei. Auch ist im Hintergrund die wachsende Bedrohung durch Hitlers Kriegstreiberei spürbar, der man mit einen Rückzug in die Familie zu begegnen sucht. Das alles fand ich spannend und anschaulicher als ein normales Sachbuch und brachte mir die Menschen so näher. Der Erzählstil ist ruhig und bedacht und neigt nicht zur Überschwänglichkeit. Trotzdem und gerade deswegen werde ich die Fortsetzung lesen.