Peter Beutler hat mit Kanderschlucht einen fesselnden Kriminalroman geschaffen, der nicht nur spannend erzählt ist, sondern auch tief in die Abgründe der Schweizer Politik eintaucht.
Die beiden Ermittler, Miggu Bärtschi und Max Schmocker, sind angenehm menschlich gezeichnet. Sie agieren glaubwürdig, haben ihre Ecken und Kanten, und gerade diese Authentizität macht sie besonders sympathisch. Ihre Art, sich durch den Fall zu arbeiten, lässt den Leser mitfiebern – man fühlt sich fast wie ein stiller Beobachter ihrer Ermittlungen. Am liebsten wäre ich mit den beiden in den vielen Lokalen zusammengesessen und hätte mit ihnen den Fall diskutiert und zu lösen versucht.
Die Handlung selbst ist faszinierend und beunruhigend zugleich. Wie weit Korruption und Schweigen in der Politik führen können, wird hier eindrucksvoll dargestellt. Das Erschreckende daran: Die Geschichte fühlt sich nicht wie bloße Fiktion an, sondern wie ein Szenario, das erschreckend real sein könnte. Man fragt sich unweigerlich, ob derartige Machenschaften auch heute noch möglich wären – und ob sie vielleicht sogar tatsächlich passieren.
Kanderschlucht ist mehr als nur ein Krimi – es ist eine scharfsinnige Reflexion über politische Strukturen und moralische Fragen. Wer kluge, tiefgründige und gleichzeitig spannende Lektüre sucht, wird an diesem Roman großen Gefallen finden.