Lonely Hearts Club von Nasanin Kamani war mein erstes Buch aus dem Genre New Adult mit Fokus auf Healthy Romance. Ich habe es im Rahmen des Bookcircle-Leseclubs gelesen und bin offen und neugierig an die Geschichte herangegangen.
Der Einstieg ist mir leicht gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, angenehm und gut zugänglich. Gelungen fand ich den Wechsel der Perspektiven zwischen den zwei Protagonisten Clara und Milly, der interessante Einblicke in zwei sehr unterschiedliche Figuren ermöglicht. Milly wirkt sofort sympathisch, offen, direkt und herzlich. Clara hingegen bleibt verschlossen und schwer fassbar. Ihre schwierige Vergangenheit schimmert durch, wird aber zunächst nur angedeutet.
Im zweiten Drittel des Buches flaute die Geschichte ab. Die Handlung kam kaum voran, die titelgebende Gruppe, der Lonely Hearts Club, wurde nicht weiter thematisiert, und auch Claras Geschichte blieb vage. Trotz der bildhaften Sprache empfand ich das Erzähltempo als sehr zurückhaltend. Ich begann mich zu fragen, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill. Die Spannung liess merklich nach.
Im letzten Drittel kommt endlich Bewegung ins Geschehen und man erhält mehr Klarheit über Claras Situation, was einige ihrer Handlungen besser nachvollziehbar macht. Ein Wendepunkt in der Beziehung zwischen Clara und Milly bringt neue Hoffnung und zeigt, wie wichtig ehrliche Kommunikation ist
Trotzdem blieb mir Clara bis zum Schluss fremd. Ich konnte mich mit ihr nicht identifizieren und fand keinen emotionalen Zugang zur Geschichte. Die Themen sind durchaus tiefgründig, doch mir fehlte der persönliche Bezug. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich im Genre New Adult mit dem Fokus auf Healthy Romance schlicht nicht zu Hause fühle.
Was ich der Autorin jedoch zugutehalte: Ihre Sprache ist bildhaft, lebendig und atmosphärisch. Auch wenn mich die Handlung nicht überzeugen konnte, war das Buch sprachlich erfrischend zu lesen.