Ein Mordfall, eine verbotene Liebe und ein Schriftsteller in der Krise: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert klang nach genau der Art von literarischem Pageturner, den ich mag, zumal ich Dickers “Ein ungezähmtes Tier” regelrecht verschlungen habe.
Der Einstieg ist spannend, die Konstruktion clever, und es gelingt Dicker durchaus, eine gewisse Sogwirkung zu erzeugen. Ich wollte wirklich wissen, wie es ausgeht, und genau das hat mich bei der Stange gehalten.
Trotzdem: Das Buch hat für mich deutliche Längen. Viele Szenen wirken wie Wiederholungen, Dialoge drehen sich im Kreis, und es gibt einfach viel zu viele Seiten, die wenig zur Geschichte beitragen. Gegen Mitte des Buches fühlte es sich stellenweise eher nach Fleissarbeit als nach Lesegenuss an. Insgesamt hat das Buch über 700 Seiten und interessant wird es aber erst wieder auf den letzten 50 Seiten.
Mein Fazit: Ich habe durchgehalten, aber empfehlen würde ich das Buch nicht. Zu aufgebläht, zu verspielt mit Nebensträngen, zu wenig Substanz auf zu vielen Seiten. Wer es trotzdem lesen möchte, sollte viel Geduld mitbringen.