„Koala“, der Titel des Buches, der Pfadfindername des toten Bruders und die aussterbende Tierart Australiens sind Teil des Buches, das anfangs zu einem meiner Lieblingsbücher avancierte. Es erfüllte meine Erwartungen jedoch nicht vollständig. Unabhängig davon sollte einem bewusst sein, dass Teile des Romans autobiografisch sind. Der Umgang mit dem Tod des Bruders ist somit unantastbar in seiner persönlichen Erfahrung und für mich sprachlich sehr bewegend. Der Autor setzt sich mit dem Selbstmord seines Bruders auseinander, versucht, ihn zu verstehen und zu ergründen, und versucht, einen Zusammenhang zwischen der Tierart und dem Pfadfindernamen seines Bruders herzustellen. Sehr unerwartet gibt es einen ausgedehnten Ausflug in die australische Kolonialgeschichte. Unversehens findet man sich inmitten einer Schiffsüberfahrt, fragt sich vielleicht was man hier soll. Da es aber gut und spannend geschrieben ist, liess ich mich gerne darauf ein(bis auf die für mich undurchsichtigen Beschreibungen der Dschungelexpedition). Bärfuss’ Ausschweifungen, die einen gewagten Spagat von seinem (faulen) Bruder namens Koala zu der australischen Tierart machen, und die zivilisationskritischen Erklärungen und Bewertungen waren für mich nicht schlüssig. Literarisch bekam dieses Buch viel Zuspruch – das ist sicher begründet. Ich habs sehr gerne gelesen.