In einer kleinen Gemeinde an der Westküste Irlands wird 1973 ein Baby am Strand gefunden. Ambrose, der Fischer, und seine Frau Christine adoptieren den Jungen, der fortan den Namen Brendan Bonnar trägt. Alle sind fasziniert von diesem Kind, dessen Herkunft ein Rätsel ist, und für viele weiterhin ein Rätsel bleibt. Viele Jahre folgen wir dem Leben der Familie, das geprägt ist von Fürsorge und Schweigen, von der Rivalität der Brüder, von finanziellen Sorgen, aber auch dem Glück, von einer Gemeinschaft, gerade in schwierigeren Situationen, getragen zu werden.
Der Einstieg in dieses Buch viel mir schwer. Ich empfand die Schreibweise als träge, langatmig und ich musste mich an die Wir-Erzählform gewöhnen. Als die beiden Jungen grösser wurden und spätestens als die Crew rund um Ambrose vermisst wurde, empfand ich mehr Spannung beim Lesen und wollte das Buch auch gerade nicht weglegen. Ein Ereignis, dass die ganze Familie Bonnar vor eine völlig neue Situation stellte, hat mich doch überrascht, da ich nicht damit gerechnet habe. Brendan hat im Laufe des Buches seinen eigenen Weg versucht zu finden, auch wenn dies teils schräge Situationen hervorbrachte. Die Stimmung im Buch empfand ich als drückend, neblig, da war nicht viel fröhliches oder witziges. Mir hat gefallen, dass immer mal wieder einfache Ereignisse, die im Dorf gerade stattfinden beschrieben wurden. Dies erzeugt dem Leser, wie das Leben weitergeht und gibt einen Einblick in die Geschehnisse im Dorf. Als ich die letzten Sätze gelesen habe, dachte ich mir für einen kurzen Moment, ja wars das jetzt? Ich finde im Nachhinein das Ende aber passend, da Brendan am Anfang der Geschichte in das Leben der Menschen tritt und zum Schluss der Geschichte seinen eigenen Weg fort aus der Gemeinde antritt.
Ich habe mich trotzdem gefreut, dieses Buch zu lesen, zumal ich es als meine erste Leserunde lesen durfte und deswegen bleibt es als Erinnerung auch in meinem Regal.