Es ist noch nicht lange her, seit August Strindberg eine zerstückelte Leiche in der Gefriertruhe gefunden hat. Dennoch findet sich schnell eine neue Bewohnerin, die in das beschauliche Hovenäset gezogen ist. Als kurz darauf ein erhängter Mann aufgefunden wird, beginnt eine Kette von Ereignissen, die schließlich die Wahrheit über einen lange zurückliegenden Mordfall offenbart…
In dem dritten Band des Schwedenkrimis um August Strindberg kehrt die Handlung ins malerische Hövenäset zurück, wo neben einem aktuellen Mordfall auch das große Geheimnis der Reihe gelüftet wird. Autorin Kristina Ohlsson verknüpft dabei klassische Krimielemente, die durchaus Spannung erzeugen, mit einer Wohlfühlatmosphäre um die liebenswerten und charmanten Figuren. So spielt beispielsweise ein Backwettbewerb eine wichtige Rolle in der Rahmenhandlung, was sehr unterhaltsam, witzig und kurzweilig wirkt. Schön, dass man dabei noch weiter einen EInblick in das Privatleben der Figuren bekommt.
Der Kern der Geschichte greift jedoch einen 30 Jahre alten Mordfall auf, bei dem eine junge Frau brutal zerstückelt wurde. Durch den Zuzug der fremden Frau und den Tod eines Journalisten entbrennen Gerüchte, Spekulationen und neue Erkenntnisse, was für einige falsche Fährten sucht. Kommissarin Maria, die Partnerin von August Strindberg, beginnt mit den Ermittlungen, die sich zunächst langsam entwickeln und erst spät in eine wirklich spannende Phase übergehen, dann aber doch zünden und das Interesse durchgängig hochhalten. Dabei ist es natürlich vorteilhaft, wenn man die vorigen Bände kennt und die Zusammenhänge besser erfassen kann.
Zugegeben: Die Handlung wirkt manchmal etwas konstruiert und wird zudem langsam erzählt, was ich als etwas weniger spannend empfunden habe als die vorigen Bände. Doch der Fokus auf den sympathischen Figuren, deren persönliche Beziehungen sowie eine sich später entwickelnde spannende Handlug sorgen dennoch für einen unterhaltsamen Roman - auch weil der Schreibstil flüssig, angenehm und bildhaft ist.