Anna Hope beschreibt in ihrem neuen Roman das Drama um ein Erbe, was sich zwischen verschiedenen Familienmitgliedern abspielt. Allerdings bleibt es nicht dabei, denn die Familie hat eine dunkle Vergangenheit, welche in die Zeiten des Empire zurückgehen.
Mir hat die Bildhaftigkeit der Sprache sehr gut gefallen. Die Autorin malt mit ihren Worten eine wunderschöne (Natur-)Landschaft, welche einen direkt ins Geschehen zieht. Darüber hinaus sind auch die Beschreibungen der verschiedenen Charaktere und deren Beziehungen und Konflikte gelungen, sodass man sich in alle Personen sehr gut hineinfühlen kann. Inhaltlich wirkt das Buch erst nach einem spannenden Familiendrama, allerdings gibt es, wie sich in der zweiten Hälte langsam offenbart, eine gesellschaftskritische Komponente, welche mit der Verwicklung der Familie in den transatlantischen Sklavenhandel zutun hat. Die Auseinandersetzung dessen verleiht dem Buch in meinen Augen noch mehr Tiefe. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass dieses Thema nach meinem Empfinden am Ende etwas zu schnell abgehandelt wurde. Mir hätte es besser gefallen, hätte die Autorin vielleicht bereits etwas früher in der Geschichte darauf angedeutet, sodass sich das Ende noch flüssiger lesen liesse. Zudem kamen mir einige Szenen am Ende etwas kitschig vor.