Der Titelheld Herr Wälti ist ein „Täxeler“ durch und durch. Ihn bringt nichts so schell aus der Ruhe. Eine wunderbare Figur die einem mit Sympathie, Charme und einer kleinen Portion Schrulligkeit sofort ans Herz wächst.
Nachdem seine frühere Stammkundin und Mentorin Eliza Roth-Schild nach New York gezogen ist, ist Herr Wälti etwas geknickt. Zusammen mit ihr konnte er wunderbar seinen Detektiv-Sinn ausleben. Dankenswerterweise hat er durch Eliza’s Abreise seinen Spürsinn nicht verloren und gerät direkt in seinen ersten eigenen Fall. Das dieser mit goldgeschmücktem Toilettenpapier zu tun hat und ihn in das sagenhafte Luxushotel Castello Cavallo führt, ist in der Tat überWÄLTIgend.
Ich habe die erfrischende Sprache und den Wortwitz sehr genossen. Es zeichnet Herr Wälti, dessen Vornamen übrigens ein streng gehütetes Geheimnis bleibt, einfach genial. Manchmal entstehen fast etwas „Miss Marple Vibes“, um es neuzeitlich auszudrücken.
Natürlich bleibt unser Hobbydetektiv nicht lange allein. Mit Evita Mosimann wird ihm nicht nur eine neue Disponentin in der Zentrale, sondern auch eine schräg schrille Ermittlerin zur Seite gestellt. Die durchaus auch schon sehr viel erlebt hat in ihrem Leben.
Für mich persönlich hat Evita teilweise jedoch fast zu viel Raum eingenommen. Sie bekommt mindestens, wenn nicht schon fast mehr Raum im Buch, wie Herr Wälti. Weshalb ich auch sagen würde, dass es definitiv ein Buch über ein starkes Duo und nicht ein Fall nur für Herr Wälti ist.
Unzählige Male brachte mich das Buch zum schmunzeln oder gar zum Lachen. Die Geschichte liest sich rund und macht einfach Spass. Die ganz grosse Spannung oder den grossen Clou wird man hier vergebens suchen, was mich jedoch nicht gestört hat in diesem Setting. Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt, wenn ich wieder einmal ins Taxi (oder ein Buch) von Herrn Wälti einsteigen darf.