Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei 😉
Klappentext und Titel haben mich sofort neugierig gemacht, umso mehr freute ich mich das Buch in einer gemeinsamen Leserunde zu erkunden 😉
Den Schreibstil fand ich, schnörkellos, trotzdem bildhaft, angenehm und flüssig zu lesen. Erzählt wird im personalen Stil aus der Sicht mehrerer Figuren, ebenfalls wechseln wir immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. Anhand der Jahreszahlen am Anfang des Kapitels kriegt man allerdings kein Durcheinander.
Durch diese Erzählweise erhalten wir als Leser einen umfassenden Einblick in das Leben der verschiedenen Charakteren, dies fand ich unheimlich interessant und auch spannend. Gefühle und Gedankengänge waren so besser nachvollziehbar, wenn auch nicht immer einleuchtend. Evie die eigentliche “ Hauptprotagonistin” war mir soweit ganz sympathisch, obwohl gerade ihr Verhalten in der aktuellen Beziehung doch sehr fragwürdig war, jedoch machte sie im Laufe der Geschichte eine positive Entwicklung durch, was mich wieder milder stimmte. Ebenfalls mochte ich ihren Vater und ihre Freunde und die Interaktionen untereinander waren im Grossen und Ganzen interessant mitzuverfolgen. Ihre Schwester Liv hingegen und auch die Mutter der beiden konnten nicht unbedingt mit positiven Eigenschaften punkten, aber auch ihre Reaktionen oder Handlungen wurden von der Autorin gut dargestellt, obwohl es natürlich keine Entschuldigung ist.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog im Jahre 2004, der wahnsinnig neugierig macht, weshalb eine ständige Spannung spürbar ist und als Leser muss man wirklich lange warten bis sich das Geheimnis auflöst. Für mich kam es nicht unbedingt überraschend, da ich mir schon etwas in diese Richtung vorgestellt hatte. Ebenfalls gefiel mir der Aufbau der Geschichte mit diesen Zeitsprüngen und der Erzählweise, da ich so die einzelnen Charaktere vertiefter kennenlernen konnte. Auch das Setting der schottischen Orkneyinseln mochte ich, obwohl für mich die Darstellung noch etwas atmosphärischer hätte sein dürfen.
Nun komme ich noch zum ein oder anderen Kritikpunkt dieses Romans. Titel und auch ein Teil des Buchrückentextes empfinde ich als irreführend, da er etwas suggeriert, was in der Geschichte selber aber nur einen sehr kleinen Bruchteil ausmacht, das fand ich etwas schade. Ebenfalls platziert Lorraine Kelly unglaublich viele Themen wie Trauer, Alzheimererkrankung, Krebserkrankung , Gewalt in einer Beziehung, LGBTQ usw. in ihr Buch was für meinen Geschmack, teilweise doch sehr konstruiert wirkte und einfach auch zu viele Aspekte waren. Enttäuscht haben mich auch die letzten ca. 150 Seiten, denn da wurde noch so einiges einfach husch, husch abgehandelt, der Fokus lag plötzlich auf den Nebencharakteren und vieles wirkte total unglaubwürdig und plump.
Aus all diesen Gründen vergebe ich hiermit 3,75 Sterne