“Das Gesetz der Zeit: Die Revolution” ist der zweite Band der Dilogie. Man sollte “Der Funke” unbedingt vorher gelesen haben, denn die Handlung startet unmittelbar dort, wo wir Sophia zuletzt verlassen haben. Kein Review passieren lassen, kein Zeit verlieren. Es geht direkt los. Das mochte ich sehr und dennoch brauchte ich ein paar Seiten, um wieder rein zu kommen. Aber dann, war ich wirklich drin.
Was mich bereits an dem ersten Band so gefesselt hat, war der Schreibstil. Ich konnte mir wirklich alles haargenau vorstellen. Wie in einem Film. Und genau das, hatte ich auch beim zweiten Band wieder. Mit Sophia und den anderen die Welt zu retten, hat sich angefühlt, wieder auf alte Freunde zu treffen, die man lange nicht gesehen hat. Ich habe beim lesen das Gefühl, als wäre ich auch ein Irrlicht – ein echter Teil der Geschichte. Mittendrin statt nur dabei quasi.
Ich liebe es, wenn ein Buch mir diese Art von Leseerlebnis bieten kann und daher habe ich auch diesen Band wieder sehr genossen.
Irgendwann in der Mitte des Buches ist mir dann etwas aufgefallen, und ich konnte es nicht mehr ungesehen machen: Wort-Dopplungen. Die gibt es in diesem Band wirklich reichlich. Ganz besonders ist mir eine Szene in Erinnerung geblieben, in der Sophia sich mit Kisten beschäftigt. Gefühlt habe ich auf diesen 3-4 Seiten über 100x das Wort Kiste oder Karton gelesen. Und ab dieser Stelle, ist es mir wirklich jedes Mal aufgefallen und hat mich jedes Mal aufs neue aus meinem Lesefluss gerissen. In meiner Erinnerung, gibt es das beim ersten Band so nicht – da hat es sich insgesamt deutlich runder gelesen.
Zumindest was den Lesefluß angeht, denn den Inhalt fand ich in diesem Band tatsächlich ziemlich rund.
Nahezu alle Fragen, die sich im ersten Band ergeben haben, wurden aufgeklärt. Die Story und der Plot konnten extrem lange spannend und unvorhersehbar gehalten werden. Und während mir im ersten Band die Gesellschaftskritik, die eine Dystopie normalerweiße auszeichnet, ein wenig zu kurz kam, wurde im zweiten Band tatsächlich mehr auf gesellschaftliche Strukturen eingegangen und kritische Fragen gestellt. Das mag ich. Ich mag auch wie die Geschichte weiter- und ausgeht. Ich mag, dass ich so sehr mitfiebern und leiden konnte.
Ich mag sogar das Ende, obwohl ich es gleichzeitig auch nicht mag. Denn irgendwie hat die Geschichte zwei davon.
Okay, Okay. Lasst es mich erklären: Das Buch endet absolut schlüssig und auch so, dass die Geschichte wirklich beendet ist. Kein Cliffhanger. Keine offenen Fragen. Nur Tatsachen. Aber es bleibt dennoch ein Schlupfloch. Etwas, woraus sich ein Spinn off entwickeln könnte, wenn die Autorin es wollen würde. Etwas, womit die Geschichte weitergehen könnte – aber eben absolut nicht müsste. Das Buch ist zu Ende. Die Geschichte ist zu Ende. Und gleichzeitig frage ich mich, ob sie es wirklich ist.