Jörg Baberowski trägt Fakten aus zeitgenössischen Dokumenten wie beispielsweise Tagebüchern zusammen und schildert eindrücklich die letzten Tage des Zaren Nikolai II. So gelingt es ihm, ein Sachbuch ¨über die Revolution in Russland von 1917 in einer flüssig zu lesenden Sprache zu schreiben.
Die vielen Fakten, Namen und Orte geben Einblicke in die wirklichen Ereignisse des Umsturzes im März 1917. Die Person des Zaren wird als familienbezogenen, aber eher unglücklich agierenden Herrschers gezeichnet. Er wirkt phlegmatisch und wenig interessiert am politischen Geschehen seines Landes. Neben knappen Charakterdarstellungen von wichtigen Personen sind im Buch kaum persönliche Geschichten zu finden.
Gegen Ende des Buches wird dann auch der Oktoberumsturz, rsp. die Gegenrevolution von Lenin angesprochen. Dies geschieht aber so kompakt, dass es schwierig ist, diese Geschehnisse richtig nachzuvollziehen, wenn der Leser oder die Leserin dazu nicht historisches Vorwissen mitbringt.
Diese Buch eignet sich für Personen, die fundiert wissen wollen, welche (Fehl-)Entscheide zum Untergang des Zarentums in Russland führte. Es ist ein historisches Sachbuch, indem wichtige Personen und Orte im Russland von 1917 aufgelistet sind. Jörg Baberowski gelingt es gut, Fakten aufzuzeigen ohne zu polarisieren und aufzuzeigen, welche Staatsform aus seiner Sicht besser geeignet für Russland ist.