Angesprochen wurde ich durch die Inhaltsangabe. Zurzeit führe ich aus verschiedenen Gründen sehr viele tiefgehende Gespräche, und so weckte die Buchbeschreibung sofort mein Interesse: »Wenn das Leben dich abwirft, ruf an. Ich bin da und höre dir zu.« Nachts lauscht Dumont den Stimmen einsamer Menschen. Er ist ehrenamtlicher Telefonseelsorger, bis der Anruf einer Frau ihn tief berührt. Daraufhin bittet er um eine Auszeit und macht sich von Brüssel auf den Weg ins südfranzösische Antibes, um der Spur der Unbekannten zu folgen.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und entsprach meinen Erwartungen. Die ruhige, detailreiche Erzählweise und die Beschreibung der Arbeit als Telefonseelsorger waren sehr schön in Worte gefasst.
Den Entschluss von Sébastien Dumont, aufgrund der wenigen Worte einer Frau am Telefon nach Antibes zu reisen, konnte ich jedoch nicht nachvollziehen. Ich hoffte, im weiteren Verlauf der Handlung mehr über seine Motive und seine diesbezüglichen Erlebnisse zu erfahren.
Leider verlor ich die Faszination des Anfangs, denn der Beziehungsaufbau zu Florence war nicht nach meinem Geschmack. Sie war mir nicht sympathisch, und die Entwicklung ihrer Beziehung zu Dumont interessierte mich leider gar nicht. Dadurch wurde mir das Zuhören etwas langweilig.
Beeindruckt hat mich jedoch der Sprecher, Hans-Jürgen Stockern, mit seiner warmen Stimme, die sehr gut zur Geschichte passt.