Gaea Schoeters’ Roman Trophäe ist eine eindrückliche, schonungslose und in vielerlei Hinsicht verstörende Lektüre und dabei etwas ganz anderes als vieles, was ich bisher gelesen habe. Im Mittelpunkt steht die Jagd auf die „Big Five“ in Afrika: Hunter White möchte seine Sammlung vervollständigen und ein Nashorn erlegen. Doch sein Vorhaben wird durch Wilderer vereitelt und ihm wird stattdessen ein makabres Angebot gemacht: die Jagd auf einen Menschen – die „Big Six“.
Schoeters erzählt diese Geschichte in einer unglaublich bildhaften, intensiven Sprache. Man fühlt sich als Leser unmittelbar mitten im afrikanischen Busch, spürt die Hitze, den Staub und die ständige Gefahr. Die Sprache ist eine der grossen Stärken des Romans: eindrucksvoll, atmosphärisch dicht und aufwühlend. An einigen Stellen weist er aber gewisse Längen auf.
Trophäe fordert viel von seinen Lesern. Es ist brutal, verstörend und konfrontiert immer wieder mit der zentralen Frage: Was ist ein Menschenleben wert? Diese moralische Zerrissenheit zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und bleibt lange nach dem Lesen im Kopf.