Ein abgelegener Strand bei Hakata: Zwei Körper liegen friedlich auf den Felsen, die Gesichter gerötet – ein klassisches Anzeichen für Zyankali-Vergiftung. Keine Spuren von Gewalt, keine Hinweise auf ein Verbrechen. Für die Polizei ist die Sache schnell klar: Doppelselbstmord. Doch Kommissar Torigai ahnt, dass mehr hinter dieser tragischen Szene steckt. Und auch der junge Polizist Mihara, weit entfernt in Tokio, beginnt, an der offiziellen Version zu zweifeln. Was ist hier wirklich geschehen?
Schon die Hintergrundgeschichte des Romans ist faszinierend: Tokio Express erschien 1958 erstmals in Japan, wurde 1969 ins Deutsche übersetzt und jetzt sorgfältig überarbeitet neu aufgelegt.
Der Krimi hat mich ordentlich gefordert! Der Stil ist nüchtern und konzentriert sich ganz auf den Fall – keine aufgesetzte Dramatik, kein unnötiges Pathos. Stattdessen lädt das Buch dazu ein, selbst mitzudenken, Spuren zu verfolgen und Hinweise zu deuten. Ich habe mir beim Lesen ständig Notizen gemacht, um die vielen kleinen Details nicht aus den Augen zu verlieren. Besonders hilfreich: Die abgebildeten Notizen im Buch selbst und die Karten zu Beginn und Ende, auf die ich immer wieder zurückgegriffen habe.
Die Ermittler bleiben bewusst im Hintergrund – ihre Persönlichkeiten spielen kaum eine Rolle. Und genau das fand ich großartig. Der Fall steht klar im Mittelpunkt, und ich konnte mich voll und ganz auf die knifflige Suche nach der Wahrheit konzentrieren. Trotzdem habe ich mit Mihara mitgefiebert und mitgelitten, während er sich Stück für Stück vorantastet.
Tokio Express ist ein spannendes, kluges Lesevergnügen, das Krimifans auf jeden Fall in seinen Bann ziehen wird.