Die Idee gefällt mir: Drei Frauenschicksale, die sich über die Kontinente verteilen und über Haare miteinander verbunden sind. Schon im Klappentext wird dieses Konzept offenbart – also keine Überraschung. Der Anfang hat mich gepackt, gerade Smitas Arbeit und deren Beschreibung haben mich getroffen. Guter Einstieg.
Doch bald wurde es mir, auch in Smitas Geschichte, zu seicht. Der Indien-Plot allein böte Stoff für mindestens 150 Seiten. Eigentlich jede Geschichte der drei Frauen hätte dieses Potenzial gehabt. Die Autorin bleibt an der Oberfläche, die Sprache ist redundant und das Verflechten der Geschichten flach. Ich ertappte mich laufend dabei, querlesen zu wollen. Ein Film darüber, bildgewaltig inszeniert, könnte besser sein als das Geschriebene - die Autorin ist ja Filmschaffende. Noch was gutes: Das Buch macht sich wunderbar im Bücherschrank. Gebunden, mit Lesebändchen, goldenen Verzierungen, großer Schriftsatz mit weiten Zeilenabständen – liest sich bequem und “tifig”.