Kauft Leute regt definitiv zum Nachdenken an – das Thema zwingt einen, sich mit der eigenen Moral auseinanderzusetzen. Doch trotz dieser starken Grundlage blieb das Buch für mich eher ernüchternd.
Die Hauptprotagonistin konnte mich zu keiner Zeit für sich gewinnen und auch die anderen Figuren wirkten auf mich emotionslos und fern. Anfangs fiebert man mit ihnen mit, doch bald schon ist klar: Es erwartet sie ein ziemlich düsteres Schicksal – ohne Hoffnung, ohne einen echten «Helden», der gegen das System aufbegehrt. Die immer wieder aufgegriffene fiktionale Welt verstärkt diese bedrückende Stimmung, sodass das Ganze am Ende nur noch trostlos wirkt.
Ich habe nichts gegen realistische Geschichten, die nicht in ein märchenhaftes Happy End münden – allerdings lese ich nicht sehr häufig dystopische Romane. Schade um eine spannende Grundidee, die in der Charakterzeichnung leider an Tiefe verlor.