David Larbis Lyrik hatte mich schon vor Frequently Happy beeindruckt – sein Können steht ausser Frage. Die Idee, die Gedichte in die vier Jahreszeiten zu gliedern, gefiel mir, doch in der Umsetzung hat es mich nicht ganz überzeugt. Vielleicht lag es daran, dass ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, vielleicht war es einfach nicht meins.
Was mich besonders störte, waren die expliziten Reflexionsfragen und das anschliessende überproportionale Layout für Notizen. Wenn ich über Poesie nachdenken möchte, brauche ich dafür nicht auf jeder Seite eine leere Fläche, die mich eher an ein Arbeitsbuch als an einen Lyrikband erinnert. Das nahm den Gedichten für mich etwas von ihrer Wirkung – als müsste ich sie nicht nur fühlen, sondern auch verwalten.
Frequently Happy ist handwerklich stark, aber das Konzept hat mich nicht abgeholt. Wer gerne strukturiert reflektiert, wird hier vielleicht genau das finden, was er sucht. Ich aber hätte mir weniger Anleitung und mehr Raum für eigene Gedanken gewünscht und paradoxerweise weniger leere Seiten.