Karen M. McManus’ One of Us Is Lying überzeugte mich unter anderem wegen den wechselnden Erzählerstimmen, welche die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählten. Diese Perspektivwechsel sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern auch für eine besondere Nähe zu den Figuren – alle involvierten Jugendlichen haben ein eigenes Geheimnis und man kann nicht anders als mitzurätseln.
Die Geschichte entwickelt einen durchdachten Spannungsbogen: Was zunächst wie eine harmlose Detention-Stunde wirkt, wird schnell zum Albtraum, als einer der fünf Schüler stirbt – und die anderen vier unter Verdacht geraten. Wer sagt die Wahrheit? Wer verbirgt etwas? Die Unsicherheit bleibt bis zum Schluss bestehen.
Die Auflösung ist clever konstruiert, wirkt nicht an den Haaren herbeigezogen und fügt sich stimmig ins Gesamtbild. One of Us Is Lying ist ein packender Jugendthriller mit modernen Highschool-Vibes, der bis zur letzten Seite unterhält. (Meine Freundinnen lasen ihn gerne als Pausenlektüre, da die Kapitel kurz und knackig sind.)