Neugierig von der Beschreibung des Romans, war ich trotzdem nicht sicher, was mich erwarten würde. Der Schuss des Themas einer Frau, deren Alltag ihr über den Kopf wächst, hätte auch nach hinten losgehen können, denn freudlose “Depri-Bücher” gibt es ja leider wie Sand am Meer.
In Bevor uns die Luft ausgeht, hat Astrid Töpfner diese Klippe jedoch sehr elegant umschifft. Obwohl ich die Protagonistin Elsa zum Teil sehr stark “gefühlt” habe, ist mir nie die Lust auf’s Weiterlesen vergangen. Das lag einerseits sicherlich am ausdrucksstarken Schreibstil der Autorin, andererseits aber auch an der wunderbar unaufgeregten, stimmig konzipierten Story. Die Figuren sind so gut ausgearbeitet, dass ich speziell Elsas Handlungsweise immer nachvollziehen konnte, selbst wenn ich persönlich mich in einer Situation vielleicht anders verhalten hätte. Und auch das trägt zum harmonischen Ganzen dieses Buchs bei, weil mich dadurch Elsas Entwicklung im Lauf der Geschichte um so mehr beeindrucken konnte.
Auch die Darstellung Barcelonas ist sehr gut gelungen. Ich war selbst schon mal dort, aber sogar wer die Stadt nicht kennt, hat nach der Lektüre bestimmt Lust, mal über die Ramblas zu schlendern und auf einen Kaffee, ein Glas Wein oder ein paar Tapas in einer der typischen Bars einzukehren …