Natsuki, die Ich-Erzählerin, beginnt ihre Geschichte in der Kindheit; harmlos die Fahrt in die Berge. Natsuki berichtet, ein „Magical Girl“ zu sein, begleitet von einem Ausserirdischen, einer japanischen Merch-Figur – Pyut, vom Planeten Pohapipipopopia –, der die Welt retten will. Eine Kinderfantasie. Die Autorin, Sayaka Murata, wiegt die Leser*in in Sicherheit. Immer wieder blitzen kurze, irritierende Bilder auf, die bei mir ein absonderliches Gefühl hinterlassen. Langsam offenbart sich, dass Natsuki in einer aggressiven und gefährlichen Lebenssituation steckt. Mithilfe von Pyut gelingt ihr eine ausgefallene Rettungsaktion, die jedoch bleibende Schäden hinterlässt. Die Autorin lässt Bilder aus Worten entstehen, die sich zu einer äusserst bizarren Geschichte fügen. Wortstark und gewaltig – ich stand immer wieder zwischen „Ich kann nicht weiterlesen“ und „Ich kann nicht aufhören“. Fantasie und Realität verschwimmen zusehends. Als erwachsene Frau, von ihrer Familie drangsaliert, in einer Scheinehe mit einem Mann, der auch keinen Körperkontakt will, befinden sie sich mit ihrem Kinderfreund Yu in den Bergen, wo sie Grenzen überschreiten und einer abstrusen, fatalen Logik folgen. Wie die Geschichte endet - nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich das erwartet. Die Bilder, welche die Autorin entstehen lässt, brauchen starke Nerven und einen stabilen Magen.