Muriel Sparks The Prime of Miss Jean Brodie entführt die Leserschaft in das Edinburgh der 1930er Jahre, wo die charismatische und unkonventionelle Lehrerin Jean Brodie eine kleine Gruppe auserwählter Schülerinnen prägt. Mit scharfer Zunge, unerschütterlichem Selbstbewusstsein und einer tiefen Überzeugung von ihrer eigenen Bedeutung formt Miss Brodie ihre Mädchen («Brodie Set») – nicht nur akademisch, sondern vor allem in ihrer Weltanschauung. Doch was zunächst wie eine inspirierende Mentorenschaft erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einem subtilen Machtspiel, bei dem Ideologie, Manipulation und Verrat eine grosse Rolle spielen.
Miss Brodie ist eine sehr ambivalente Figur: Sie ist ebenso bewundernswert wie gefährlich, eine Frau, die sich über Konventionen hinwegsetzt, dabei jedoch nicht davor zurückschreckt, andere für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.
Obwohl der Roman relativ kurz ist, entfaltet sich eine komplexe Erzählstruktur mit Zeitsprüngen und raffiniert gesetzten Vorausdeutungen, die das Schicksal von Miss Brodie und ihren Mädchen Stück für Stück enthüllen. Die Frage, was Einfluss und Loyalität wirklich bedeuten, zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung und wird durch die Zukunftsentscheidungen des «Brodie Sets» auch teilweise beantwortet.
The Prime of Miss Jean Brodie ist eine klare Empfehlung für alle, die sich auf eine feinsinnig erzählte, aber nicht minder scharfzüngige Geschichte einlassen wollen.