Journalistin Anna reist an den abgelegenen Lister Ellbogen, um die 85-jährige Bücherfrau Fenja Lorenzen zu treffen. Dort trifft sie stattdessen nur auf deren Tochter Elisa. Als ein Unwetter alte Buchschätze auf dem Dachboden bedroht, entdecken die Frauen dort ein verborgenes Geheimnis. Was ist damals passiert, dass Fenjas Schwester ihre Familie verliess?
Schon nach den ersten Seiten war ich vollkommen verzaubert von der malerischen Welt, die Gabriella Engelmann mit so viel Liebe zum Detail erschaffen hat. Ihre Worte haben eine fast magische Kraft – sie lassen einen den rauen Seewind auf der Haut spüren, das Kreischen der Seeschwalben hören und in den Straßen von Listland umherwandern, als wäre man selbst dort.
Mit Anna hat Frau Engelmann eine Protagonistin geschaffen, die tief berührt. Eine Frau mit Herz, Mut und der leisen Sehnsucht, Antworten zu finden – nicht nur für ihre Recherchen, sondern auch für sich selbst. Doch nicht nur sie, sondern jede einzelne Figur wächst einem schnell ans Herz. Man leidet mit ihnen, hofft mit ihnen und fühlt sich, als würde man selbst Teil dieser bewegenden Geschichte sein.
Doch dieses Buch ist weit mehr als eine atmosphärische Inselgeschichte. Hinter der Kulisse von Dünen und alten Buchschätzen verbirgt sich eine tiefgehende Erzählung über familiäre Geheimnisse, Verlust und das, was uns wirklich miteinander verbindet. Die ernsten Töne, die zwischen den Seiten mitschwingen, machen die Geschichte umso eindringlicher – und genau das hat mich besonders bewegt.
Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Es ist eine zarte, melancholische und zugleich hoffnungsvolle Erzählung über die Liebe zu Büchern, die untrennbaren Bande einer Familie und die Spuren, die die Vergangenheit in unseren Herzen hinterlässt.