Grossbritannien, in der nicht so fernen Zukunft. Vier Frauen, Pamela, Sarah, ihre Tochter Cass und Helen, die in einer fast männerlosen Gesellschaft leben und es auch geniessen. Da es in der Vergangenheit immer häufiger Femizide und Gewalt an Frauen gab, hat die britische Regierung beschlossen, den Männern eine sogenannte “Curfew” (Sperrstunde) zu verordnen. Alle Männer ab zehn Jahren tragen eine Fussfessel und dürfen ihr Haus zwischen 7 Uhr abends und 7 Uhr morgens nicht mehr verlassen, sonst drohen 5 Jahre Knast. Die Kriminalität ist dramatisch zurückgegangen, die Frauen leben abends und nachts unbeschwert und müssen nicht befürchten, in irgendwelchen dunklen Gassen und Parks überfallen und ermordet zu werden. Nur Frauen steht höhere Bildung zu, Männer erledigen nur noch “niedrige” Arbeit und werden prinzipiell schräg angesehen. In diese vordergründig perfekte Gesellschaft schlägt ein fürchterliches Ereignis ein, das alles zu erschüttern droht. Eine Frau wird in einem Park gefunden, tot und verstümmelt, die Mörderin muss voller Hass gewesen sein, ein Mann als Täter ist ausgeschlossen, da er sonst, hätte man ihn draussen angetroffen, sofort verhaftet worden wäre.
Einer der besten Krimis, die ich dieses Jahr gelesen habe, er spinnt einen Gedanken, den wohl so mancher Frau schon durch den Kopf gegeistert ist, perfekt zu Ende. Aber wir wissen alle, nichts ist perfekt, auch wenn es so wirkt. Toll im Buch ist auch die Beschreibung von Sarah und ihrem schwer gestörten Verhältnis zu ihrer Tochter Cass, die der festen Meinung ist, dass man den Männern unrecht tut und frau sie sofort von ihren Fussfesseln befreien sollte. Und auch die anderen Hauptfiguren in diesem Zukunftskrimi merken bald, dass die neue Gesellschaft enorme Risiken birgt, die noch nicht abzusehen sind.
Superspannend, verstörend und immer mal wieder Grund für eine angeregte Diskussion!