(Inhalt vgl. Cover)
Es gibt nichts, womit ich mich identifizieren könnte. Es gibt nur eine Sehnsucht…
Dieses Gefühl des Autors war durch das ganze Buch spürbar und ich gehe davon aus, dass er nach wie vor Fragen hat, die ihm niemand beantwortet resp. niemand mehr beantworten kann (und ja auch gar nie wollte). Ich kann seine Suche und das Gefühl nirgendwo zu Hause zu sein, nirgendwo dazuzugehören, gut nachvollziehen.
Das Cover finde ich interessant: ein kleiner Junge mit einem verunsicherten Blick inmitten von Erwachsenen und doch allein, die Farben kalt (blau in verschiedenen Nuancen, weiss). Das Bild passt gut zur Geschichte - für mich steht es für das Gefühl des Alleinseins, Nicht-Verstandenwerdens, Desorientierung, Gefühlskälte u.a.m.
Es ist mein erstes Buch des Autors und wird nicht das letzte sein. Die meisten der Themen, die Martin R. Dean in diesem Buch anspricht, interessieren mich ganz allgemein, aber auch weil sie in meiner eigenen Geschichte enthalten sind (Dorfleben in den 60/70er Jahren, Integration in einer fremden Kultur z.B.). Weitere Themen haben mich immer wieder zum Nachdenken angeregt (Kolonialismus und Rassismus, das Elend der Kontraktarbeiter, die Armut in der Schweiz). Ein Buch, das ich nicht vergessen werde.
Die schnörkellose Sprache mochte ich sehr. Die Orientierung war manchmal nicht ganz einfach, weil der Autor zwischen Trinidad, London und der Schweiz hin und her gesprungen ist. Ebenso zwischen älterer und jüngerer Vergangenheit.
- So sehen Menschen aus, die nie etwas anderes als Demütigung, Unterwerfung und schlechte Behandlung erfahren haben.
- Mehr als der Protestantismus prägte uns die Oekonomie des Überlebens von Einwandererfamilien.
- Mein Grossvater machte keine Konversation, er war ein Poet ohne Sprache.