Robyn, 17 Jahre alt und wahre True-Crime-Enthusiastin, lebt den ultimativen Nervenkitzel – jeden Tag von ihrem Schlafzimmerfenster im sechsten Stock aus. Von dort aus hat sie das heruntergekommene Hotel Ambrosia stets im Blick und kennt jeden seiner Gäste und ihre Rituale. Als sie Zeugin eines Verbrechens wird, erwacht in ihr der unerschütterliche Drang zu helfen – trotz der überwältigenden Herausforderung, dass sie durch ihre Erkrankung an den Rollstuhl gebunden ist. Im entscheidenden Augenblick tritt der charismatische A.J. auf den Plan, und gemeinsam versuchen sie das düstere Geheimnis des Hotels zu lüften.
Obwohl die Grundidee an Hitchcocks Klassiker Das Fenster zum Hof erinnert – ein literarischer Wink, der auch im Buch angespielt wird – verleiht Katie Kento dieser altbekannten Prämisse einen frischen, modernen Twist.
Bereits die ersten Seiten ziehen den Leser in ihren Bann. Die raffinierte Integration von Robyns körperlicher Einschränkung als zentrales Element der Erzählung sorgt für eine außergewöhnliche Intensität: Ihre Notwendigkeit, immer wieder Pausen einzulegen, schafft ebenso viel Spannung wie ihre unermüdliche Entschlossenheit.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Robyns inneren Monologe und ihre greifbaren Emotionen lassen den Leser hautnah ihre Verzweiflung und ihren Mut miterleben.
Zugegeben, die Erzählung ist teilweise überspitzt und die Protagonisten tragen eine gewisse Exzentrizität, die sie fast schon surreal wirken lässt. Auch ist nicht immer alles logisch, dennoch tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Fans von Holly Jackson werden auch an diesem Jugendkrimi ihre Freude haben – ein spannendes, mitreißendes Leseabenteuer, das den Puls in die Höhe treibt und bis zur letzten Seite fesselt.