Ganz ehrlich: besonders hohe Erwartungen hatte ich an dieses Buch nicht. So kann man vielleicht sagen, dass es mich nur positiv überraschen konnte. Und das hat es: es ist eine total süße Geschichte über die Liebe zwischen zwei jungen Männern, die beide ein Päckchen mit sich herumtragen.
Playing Games hält keine überraschenden Plottwists bereit: da die Geschichte abwechselnd aus Braxtons und Tysons Sicht erzählt wird, versteht man schnell die jeweilige Motivation für ihr Handeln. Weil die beiden sich tatsächlich so verhalten, wie man angesichts ihrer Vorgeschichte erwarten würde, lebt Playing Games von der Spannung zwischen Braxton und Tyson. Und die ist wirklich klasse beschrieben! Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich im Buch recht schnell. Dabei wirkt sie dennoch nicht übertrieben oder unrealistisch, denn die beiden verbindet eine lange Flirterei, bevor das Buch überhaupt beginnt.
Was dieses Buch in meinen Augen besonders hervorhebt, ist die emotionale Reife, die in der Beziehung zwischen Tyson und Braxton vermittelt wird. Die beiden ziehen sich ständig gegenseitig auf, sticheln gegeneinander, aber man merkt genau, dass es sich dabei um liebevolle Neckereien handelt und die Spitzen nicht ernst gemeint sind.
Sehr ernst gemeint ist dagegen die Unterstützung, die sie sich gegenseitig zukommen lassen. Wenn es dem anderen schlecht geht oder er mit den Problemen in seinem Leben hadert, springt der andere ihm schnell bei. Dass diese „geeinte Front nach außen“ auch dann funktioniert, wenn sie sauer aufeinander sind, ist in meinen Augen doppelt schön.
Daneben hält Playing Games einige sehr heiße Sexszenen bereit, die toll geschrieben waren. Besonders zu empfehlen ist das Buch übrigens allen, die gern über Sex an (semi-)öffentlichen Orten lesen. Wie stark die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, war nicht nur schön zu lesen, sondern auch sehr authentisch beschrieben. Das ist in meinen Augen ohnehin eine der großen Stärken dieses Buches: es ist so realistisch geschrieben, dass ich nicht überrascht wäre, wenn irgendwo tatsächlich Tyson und Braxton schwer verliebt ihr Leben leben würden.
Angesichts des Klappentextes und der Aufmachung von Playing Games hatte ich mit einem netten, aber eher seichten Liebesroman gerechnet. Mich hat es dann positiv überrascht, welch reife und süße Beziehung dargestellt wird. Riley Hart vermittelt die hohe Relevanz guter Kommunikation und dass eine Beziehung auch in jungen Jahren (Braxton und Tson sind Anfang 20) von Rücksichtnahme und gegenseitigem Verständnis geprägt sein kann.