Ursprünglich für meinen Sohn gekauft, der jedoch schon bald wieder das Interesse an sportgerechter Ernährung verloren hatte, habe ich mir «Eat like an Athlete» nun selber einmal interessehalber angeschaut.
Die drei Autorinnen sind Sporternährungsberaterinnen und haben das Buch klar strukturiert aufgebaut. Als Basis dient ihnen die Sporternährungspyramide, an deren Fuss die Grundernährung steht. Darauf bauen die sportspezifische Ernährung und an der Spitze Nahrungsergänzungsmittel auf. Für Hobbysportler*innen wie mich, das machen sie früh klar, langt zur Abdeckung des täglichen Nährstoff- und Energiebedarfs die Grundernährung. Die nimmt im Buch passenderweise auch den meisten Platz ein.
Um sich das ganze besser vorstellen zu können, haben sie sich zehn Sportprofile ausgedacht, an denen wir uns beim Lesen orientieren können und für die sie beispielhaft Ernährungsempfehlungen ausstellen.
Gut gefallen haben mir
- die klare Struktur, zu der auch das Layout mit Infografiken, Tabellen, einem breiten Rand für Notizen etc. beiträgt,
- die fundierte Sachkenntnis,
- der umfassende Ansatz (neben Ernährung auch unser Trinkverhalten sowie die besten Zeitpunkte zur Nahrungs-/Wasseraufnahme)
- ihre Beispiele aus der Praxis,
- ihr entspannter Umgang mit Ernährung,
- die verschiedenen Rezepte (herzhaft und süss),
- die Klarstellung vermeintlicher Mythen und Fakten
- der Anhang, in dem sie auf Training bei Hitze/Kälte, das Essen in (Verletzungs-)Pausen, Bedürfnisse bei vegetarischer/veganer Ernährung uvm. eingehen.
Die Ernährungsprofile der fiktiven Sportler*innen kamen mir jedoch etwas einseitig vor. Einerseits war viel Vollkornbrot im Spiel, andererseits war es immer nur das Profil für einen Beispieltag. Da hätte ich mir mehr Inspiration erhofft. Für Jugendliche ist das Buch übrigens nicht unbedingt geeignet – die Autorinnen vermerken am Ende, dass diese deutlich abweichende Bedürfnisse von jenen erwachsener Sportler*innen haben, ohne jedoch konkrete Angaben zu machen. Die angegebenen Links führen zur niederländischen Seite von «I’m a foodie» – für Leser*innen im deutschsprachigen Raum ggf. etwas schwierig.
Trotz der Kritik habe ich definitiv wieder Neues gelernt über Ernährung (vor allem welche Energielieferanten ich wann am Tag idealerweise essen sollte). Ich bin schon neugierig auf die Rezepte und schätze die Gelassenheit sowie den langfristigen Rahmen, in dem die drei Autorinnen Ernährung denken. Durch den breiten Ansatz können zudem vermutlich viele Menschen von dem Buch profitieren.