Ebenfalls ein Buch, wie viele aus dem Impressverlag, die mich angesprochen haben. Der Verlag hat besonders viele Bücher, die mich dort einfach ansprechen und so auch dieses hier. Besonders wollte ich hier aber eine Rezension machen, weil es sich gleich ziemlich praktisch mit meiner vorherigen Rezension («Syke» von Lea McMoon) vergleichen lässt.
Der grösste Kritikpunkt war dort die Hauptfigur. Skye sollte das nerdige, nicht klassisch-mädchenhafte Mädchen darstellen, wurde aber als komplett oberflächliche und unsympathische Person, die andere nur von oben herabsieht, dargestellt.
Dieses Buch stellt mit Jade ebenfalls eine Person, die komplett nerdig drauf ist und sich auch mit Stolz lieber auf die Physiktexte statt der Modehefte stürzt. Jade ist komplett vernarrt in die Wissenschaft, was durch das gesamte Buch immer wieder schnipselweise dargestellt wird. Auch sie ist nicht der Girly-Girl Typ und hat Mühe, teils die Interessen der anderen zu verstehen, kann sie aber auch ohne Probleme akzeptieren (sie versteht sich zwar nicht mit ihrer Mutter, genau auch weil das konstante Aufdrücken einer Art, die man selbst nicht ist, auch unangenehm ist. Aber trotz dieses Konfliktes, erkennt sie an, dass es das ist, was ihre Mutter mag und sogar sehr gut kann. Mehr als einmal wird ihr Kleidungsstil positiv beschrieben) und das hat sie im Vergleich zu der anderen Hauptfigur sofort sympathischer wirken lassen. Man folgt dieser Figur gerne.
Unter einem Problem litten aber beide Bücher gleich (und damit möchte ich auch mit den Vergleichen aufhören) und das ist die Liebesbeziehung. Sie wirkte für mich in keiner Hinsicht realistisch. Die beiden treffen sich ein einziges Mal und haben ungefähr zwei etwas tiefere Gespräche und das reicht plötzlich dafür, dass Jade direkt zur Mascara greifen muss (obwohl er sie eindeutig so mag, wie sie ist, ganz ohne Make-Up, mit ihrer Brille und ihren Experimenten) und später im Himmel als erstes am liebsten für ihn die Regeln brechen möchte, obwohl sie vor nicht einmal wenigen Tagen noch nie ein Wort mit diesem Typen gewechselt hat.
Es hätte meiner Meinung mehr Sinn gemacht, wenn sie die Regeln erst brechen möchte, um Caspar von seiner Unschuld in dem Unfall zu überzeugen, um ihn weiterzuhelfen und dann erst durch diese Treffen, eine engere Bindung zwischen den beiden entstanden wäre, möglicherweise auch gleich, während sie bereits auf der aktiven Suche nach dem passenden Match gewesen wäre, um noch etwas Konflikt zu streuen. Es wird aber teilweise erklärt und auch wenn davon ausgegangen werden muss, dass die Manipulation gar nicht stattgefunden hat, so ist es für mich doch die einzig realistische Erklärung und damit kann ich wiederum leben. Letztendlich bekommt alles nämlich einen guten Abschluss und trotz des oberflächlichen «Kennenlernens» bekommt die Beziehung später auch noch etwas Ausbau.
Der grösste Minuspunkt des Buches war aber das Ende. Ich sass da und las und dachte, okay, sie ist nun einen Schritt weiter, auch wenn diese Drohung von Luzifer noch nachhallt und er sicherlich nochmals ein Problem wird, so hat sie nun immerhin ein sehr grosses Problem gelöst. Jetzt geht es aber erst darum, den Himmel wieder in seine Fugen zu bringen und… Ähm ja, und dann war das Buch fertig. Plötzlich war da dieser Epilog und ja auch wenn mit diesem Schritt schon viel geschafft wurde, so ist noch so vieles offen, aber es ist einfach alles gut. Das eigentliche Problem wurde dann wohl im Hintergrund gelöst. Ich weiss nicht, ob da irgendwie vertragsmässig kein zweiter Band mehr möglich war, aber ohne den Epilog klingt es eigentlich eindeutig, wie das Ende eines ersten Bandes, mit einem klaren zweiten Buch, welches noch folgen wird und nicht wie der Abschluss einer Geschichte.
Auch wenn die Idee also gut war, so mangelt es an manchen Dingen dennoch an der Umsetzung, besonders was das überstürzte Ende angeht. Dennoch hat mir das Buch noch immer relativ gut gefallen und ich bin schnell durch die Seiten gekommen. Von mir gibt es vier Sterne dafür.