Henriette „Hetty“ ist strukturiert, fokussiert, lebt nur für die Arbeit. Doch dann verliert sie ihren Job. Sie besucht ihre Schwester Charlotte „Charly“, die sich überraschenderweise in Frankreich aufhält. Sie wohnt bei Gabriel, einem älteren Herrn im Rollstuhl, mit dem sie eine Patisserie eröffnen möchte. Nun ja, Träume sind ja schon, aber womit bezahlen? Kein Geld, keinen Plan, keine Backerfahrung – ob das gut kommt? Die Schwestern sind grundverschieden, doch Henriette muss sich fragen, ob ihr ein bisschen Spontaneität auch guttäte …
Erster Eindruck: Das Cover vermittelt französisches Flair, ebenso der Buchtitel – gefällt mir gut.
Henriette ist 41 Jahre alt und verliert den Job durch eine Tortenschlacht. Wie bitte? Der Sohn des Chefs, Markus, ist mit „der Kompetenz einer Büroklammer“ ausgestattet, übernimmt dessen Posten. Henriette war fest davon überzeugt, dass sie die Nachfolgerin würde. Doch es kam anders. Sie fährt von Frankfurt nach Lamotte-Beuvron, einem Kaff im Nirgendwo. Wie um Himmels willen hat es ihre Schwester dorthin verschlagen? Es dauert nicht lange, bis die Schwestern sich schon wieder streiten. Denn Henriette hat kein Verständnis für Charlys flatterhafte Art – mal hier, mal dort, übermorgen ganz woanders. Und jetzt will sie eine Patisserie eröffnen? Notabene: Sie hat überhaupt keine Ahnung vom Backen! Julien, ein Verwandter von Gabriel, ist Patissier und wird ihnen einen Schnellkurs geben. Aha. Manche Leute machen jahrelange Ausbildungen, und schaffen es nicht, ein solches Geschäft zu betreiben. Aber Charly will genau dieses Kunststück schaffen? Ohne Geld, ohne Plan, ohne Ahnung von allem? Das Interesse von Charly am Backen ist jedoch gering, ganz im Gegensatz zu Hetty.
Wenn Gabriel in Erinnerungen schwelgte, wurden ellenlange Sätze verwendet. Der längste Satz, den ich mir markiert habe, hatte sagenhafte 106 Worte und über 731 Zeichen! Das fand ich sehr ermüdend. Die Geschichte war durchaus amüsant und – mit Ausnahme der Monstersätze von Gabriel – leicht zu lesen. Aber es war für mich überhaupt nicht glaubwürdig, dass die Schwestern in kürzester Zeit ein Unternehmen aus dem Boden stampfen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben. Von mir gibt es 3 Sterne.