Eine Touristengruppe auf dem Eis - eine Einführung in Klimawandel - und dann sehen sie gleich das Resultat: der schmelzende Gletscher hat einen längst vermissten Toten frei gegeben. Schnell ist der Polizei klar, um wen es sich handelt - sie knüpft an, wo sie den Fall ad acta legte: derselbe Verdächtige wird erneut eingebuchtet und beteuert seine Unschuld, dieselben Zeugen wiederholen dieselben Aussagen und Alibis - man dreht sich im Kreis. Konrad wäre an sich pensioniert, damals am Fall gescheitert - steigt er erneut ein, weil da noch ein anderes Ereignis hinein funkt.
Unglaublich viele Personen sind auf dem Set - alle haben in irgend einer Weise miteinander zu tun - durch Schule, Beziehung, Affäre, Aussage… Man muss aufpassen, dass man den Faden nicht verliert! - Zudem werden Kapitel dazwischen geschoben, die sich in einer andern Zeitebene abspielen - und ist Konrad mit seinen eigenen Wunden der Kindheit beschäftigt - dass er mit seiner kriminellen Vergangenheit bei der Polizei reüssierte, verwundert - und der Schluss knüpft zu ‘allem Elend’ auch noch dort an - dazwischen sterben sie alle irgendwie, die mit dem Fall zu tun gehabt haben - und die Auflösung ist durchaus speziell - Anscheinend muss man auf dem Totenbett liegen, um zu sehen, dass die Wahrheit dem Leben eine andere Richtung gegeben hätte.
Der Krimi ist insgesamt so konfus wie meine Rezension - und auch ohne jegliche Spannung - es gibt einen Toten (bzw. 2, ggf. auch 4, je nach Strang dem man folgt…) aber weder Täter noch Verurteilte - oder die falschen - und die Recherche in Konrads eigenem Leben wird einfach gekappt - und das letzte Kapitel löst weder das ungute Gefühl noch das Konfuse auf…
Die zwei ist grosszügig gesetzt!