Die Reihe gibt es ja schon lange und ich habe sie dementsprechend auch schon lange. Wenn es um Mythologie geht, sag ich ja nicht nein. Meine Neugier war also geweckt und ich war richtig gespannt darauf, es zu lesen.
Dabei blieb es jedoch nicht lange. Die ersten Seiten der Vorgeschichte allein, haben schon für mich sehr Vieles am Buch zerstört. Der erste Eindruck kann vieles ausmachen, aber er ist dadurch leider auch zählend und was ich erst mal bekommen habe, war ein kindliches Puppenspiel, so blöd es klingt. Die Liebesgeschichte klingt leider extrem oberflächlich und dafür das sie gleichzeitig die Protagonisten einführt, ist es leider sehr schwach. Es ist ein mühsames Hin- und Her zwischen den beiden, wie es eben auch nur ein Kind im Spiel aufsagen würde und ich habe es förmlich vor mir gesehen, als ich die Seiten gelesen habe:
Sie: Oh nein, ich bin so allein und meine Eltern sind tot.
Er: Hey, du kennst mich nicht, aber ich bin heiss und du hast magische Kräfte.
Sie: Okay, cool.
Er: Willst du nicht mehr wissen?
Sie: Ach nö, das interessiert mich nicht.
Er: Du musst nun mitkommen, um die Welt zu retten.
Sie: Ich will aber nicht, das ist unfair.
Er: Ich weiss, aber wollen wir uns küssen?
Sie: Ja, toll. *Kuss*
Er: War ein schöner Kuss.
Sie: Ja, war cool, aber ich muss zurück zu meinem anderen Freund. Tschüss.
*5 Jahre später*
Sie: Hey, ich bin wieder da. Ich will jetzt die Welt retten und habe dafür jahrelang meinen Freund, für den ich mich eigentlich entschieden habe, vernachlässigt.
Er: Okay.
Auch wenn es sehr grob klingt, aber ungefähr so lässt sich der Anfang meiner Meinung zusammenfassen. Diese Vorstellung hat mich während der ersten Seite immer mehr verfolgt, selbst wenn ich es nicht wollte. Das weckt leider auch nicht viel Hoffnung für den Rest der Reihe.
Die Protagonisten waren für mich schon einmal ganz unten durch. Durch den extremen Altersunterschied (er kommt in dieses Heim und ist dort ein Lehrer, während sie noch minderjährig ist) und die Anziehung ohne Grund, bekommt Slash schon direkt den Gruselfaktor aufgelegt und durch die abwesende Art und die selbstsüchtigen Entscheidungen geben auch für Loreen mehr ein Bild von Unreife und Naivität ab. Ihr Verhalten, besonders gegenüber ihrem Freund, war für mich einfach nur frech und der letzte Funken Sympathie ihr gegenüber war somit mit den ersten Kapiteln in der Gegenwart verflogen. Dadurch, dass sie danach eher flach blieb, hat sich der erste Eindruck eben auch nicht verflüchtigt.
Leider können auch andere Dinge an der Reihe nicht so überzeugen. Die göttlichen Aspekte waren etwas zu kurz gekommen. Es fühlte sich nicht wirklich mythologisch an und selbst klare Verbindungen, wie Loreens Liebe zur Musik wurden nicht mit den typischen Attributen verbunden. Die magischen Kräfte waren einfach da, aber sie sind eben nicht wirklich göttlich, sondern einfach nur zusammenhangslose Kräfte. Ich mag zwar, dass der Titanenkampf aufgenommen wird und somit auch eine andere Seite aufgezeigt wird, aber eintauchen konnte ich zwar nie.
Ich hätte die Reihe letztendlich gerne lieber gemocht. Man kommt zwar beim Lesen schnell hindurch und die Idee ist noch immer da, aber irgendwie fehlte für mich einfach überall das gewisse Etwas. Besonders die Protagonisten haben mit ihrem Verhalten und dem Hin- und Her leider noch für zusätzlichen Abzug gesorgt. Von mir gibt es daher nur drei Sterne.