Immer schneller, höher, weiter! So lautet vielerorts das Credo. In der Geschäftswelt soll immer alles optimiert und beschleunigt werden und auch im Privatleben sollte vieles immer schneller gehen. Stopp! Die Autorin will den Weg zu einem entschleunigten Leben anhand des Lebens auf dem Land und dem Rhythmus der Jahreszeiten aufzeigen. Kleine Dinge, die im Stillen wachsen und grosse Wunder darstellen…
Erster Eindruck: Ein unaufgeregtes, klares Cover – gefällt mir sehr gut.
Der Buchtitel ist in Verbindung mit dem Leben auf dem Land im Allgemeinen und in Bezug auf das geistliche Wachsen im Speziellen sehr gut gewählt.
Die Autorin hat ihr Buch anhand der Jahreszeiten in vier grosse Teile gegliedert: „Frühjahrsaussaat“, „Sommerwachstum“, „Herbsternte“, „Winterruhe“. Ich liebe die vier Jahreszeiten – obwohl ich sie nicht alle gleich gerne mag: Frühling, Zeit des Aufbruchs (meine Lieblingsjahreszeit); Sommer, Zeit der Unbeschwertheit; Herbst, Zeit des Rückzugs; Winter, Zeit der Besinnung.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Mir hat ihr Schreibstil sehr gut gefallen, ebenso der Mix von Auszügen aus ihrem persönlichen Leben und der Bibel. Als Stadtkind wollte sie nie auf dem Land wohnen – und wo ist sie gelandet? Genau! Ihr Mann hat Jura studiert und bewirtschaftet nun die Farm – war sein Studium vergebens? Mitnichten. Sprüche von „Wohlmeinenden“, als sie aufs Land zogen und ihr Leben änderten, gab es genug. Aber was berechtigt Menschen, die Zukunftspläne anderer zu kritisieren? Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang, dass man sich nicht mit anderen vergleichen sollte (daran muss ich arbeiten, denn bei Vergleichen mit anderen ziehe ich oft den Kürzeren).
„Eine Maispflanze vergleicht sich nie mit der Pflanze neben ihr. Sie kämpft nicht gegen die Uhr an und zweifelt nicht daran, dass es eine Ernte geben wird.“
Ich habe mir so viele Dinge markiert, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Dazu gehören z.B. die folgenden Punkte: Träume dürfen ändern; keine Angst zu haben, bei langsamerem Tempo etwas zu verpassen; wir leiden unter Ablenkung und Ungeduld. Ein sehr interessanter Input war für mich auch, dass man negative Gefühle zeitlich begrenzt zulassen solle – und sie dann loslassen. Von mir gibt es 4 Sterne.