«Slow burn enemies-to-lovers Romance im prachtvollen historischen Mailand» - das klang echt vielversprechend. Nur dass es sich beim besten Willen nicht um «Enemies-to-Lovers» handelt. «Slow burn» hingegen trifft es gut, die Geschichte kommt nämlich nur seeehr langsam in Fahrt. Das «prachtvolle historische Mailand» zeigt sich vor allem in extravaganten Kleidern, gelegentlichen Besuchen einer pasticceria mit caffè und amaretti sowie in den Gerüchen.
Vielleicht kurz zum Inhalt: Elena, 24 Jahre alt, Tochter aus gutem Hause, soll dieses Jahr, 1850, endlich verheiratet werden, wenn es nach ihrer Tante Paola geht. Doch Elenas Liebe gilt dem Fechtsport, den sie bei einer Heirat aller Wahrscheinlichkeit nach an den Nagel hängen müsste. Stattdessen lässt sie sich von ihrem besten Freund, Matteo, zum Fechttraining der Universität Mailand mitnehmen und erkämpft sich dort langsam ihren Platz.
Die ersten beiden Kritikpunkte habe ich ja bereits genannt. Elena verguckt sich beim Training in Valentino, der meist brütend irgendwo herumsteht, wenn er nicht gerade meisterlich seine Gegner entwaffnet – weil er wenig redet, vermutet sie, dass er etwas gegen sie hat, aber für Enemies to Lovers reicht das nicht. Zudem ist sie ihm vom ersten Moment an verfallen. Bis es bei den beiden jedoch mal interessant wird, vergeht knapp die Hälfte des Buches, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.
Auch sprachlich konnte mich Regina Meissner leider nicht begeistern Zu viele Wiederholungen, zu viele Klischees und platte Beschreibungen, als dass ich mich in der Geschichte hätte verlieren können. Da die Romanze mich nicht packen konnte, hätte ich mir mehr und detailliertere Beschreibungen des Fechtens gewünscht, jedoch kommt es da immer wieder zu Unterbrechungen – tatsächlichen und weil Meissner das Augenmerk zurück auf Elenas Hochzeitsdilemma lenkt. Wirkliche Fortschritte werden da über weite Strecken des Buches nicht erzielt, Elena und wir drehen uns nur fortwährend im Kreis, sprich: es passiert an allen Fronten über 360 Seiten vergleichsweise wenig.
Es ist leider immer leicht, Kritik zu üben. Zumindest leichter, als tatsächlich etwas zu schreiben, aber mich hat «Die Duellantin» einfach nicht überzeugen können.