Onyx Storm hält sich an die Erfolgsrezepte der beiden Vorgänger. Daher hat das Buch geliefert, was ich erwartet habe. Inhaltlich war vieles in die Länge gezogen und vor allem zu Beginn wurden viele Namen erwähnt, die später keine Rolle mehr spielten. Das Buch wäre mit weniger als 400 Seiten ausgekommen, ohne wichtige Plotpunkte wegzulassen. Leider wurde es, wie bei den vorherigen Büchern, erst ab der 80%-Marke spannend. Und endet – schon wieder – mit einem Cliffhanger.
Wenige Fragen aus den ersten zwei Büchern wurde beantwortet und viele neue Fragen aufgeworfen. Auch ist die Geschichte nach über 900 Seiten noch beinahe am selben Ort, wie zum Schluss von Iron Flame. Oder um es mit Goethes Faust zu sagen: «Nun steh ich hier, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.»
Die deutsche Übersetzung hat für mich einen ganz aussergewöhnlichen Stein des Anstosses hinzugefügt: Einige Wörter wurden auf Englisch belassen wie «King», «Queen» und «Isle». Andere Begriffe aus derselben Sinnfamilie wurden übersetzt wie «Prinz», «Herzog» und «Inselreich».
Wer einen langen Popcon-Schinken ohne Anspruch lesen will, und die beiden ersten Teile gelesen hat, ist gut bedient mit Onyx Storm.