Es hat eine ganze Weile gedauert, bis mir aufging, was der Titel “Die Bäume” mit dem Inhalt zu tun hat - dem Thema. Da muss ich mich an der Nase nehmen, es wäre auf der Hand gelegen. Aber lest das Buch selbst, es lohnt sich absolut.
Inhalt siehe Beschreibung.
Die Morde, die in Money, Mississippi geschehen, haben etwas an sich wie eine Umkehrung der Lynchmorde in Amerika. Mama Z hat über diese Lynchmorde Buch geführt, es sind unfassbar viele.
Die Morde selbst werden nicht beschrieben, bloss die Entdeckungen, die Personen, welche in diesem Roman spielen, Ermittlungen, die Orte. Bedeutend sind vor allem die Gespräche - nicht unbedingt hochstehend, aber vielsagend, finde ich. So werden klar erniedrigende rassistische Ausdrücke verwendet - noch und noch. Oder mit Blick auf die ermittelnden schwarzen Polizisten abgekürzt. Everett hat hier einen tollen Roman geschaffen. Es ist mit viel Witz, Ironie, Satire gespickt und er kann auch Wortschöpfungen. So sind einige Personen nicht sehr “hell” und reden davon, dass jemand vom “Alkhammer” betroffen ist. Einfach herrlich. Oder wenn der Präsident der USA als künftiger Precedent genannt wird.
Das Buch ist spannend zu lesen wie ein Krimi, man kann immer wieder lachen trotz den dunkeln Kapiteln. Aber auch und vor allem beengend, man kommt bei dem ganzen Lesegenuss nicht darum herum - was auch gut ist - nachzudenken. Über die Geschichte, das was geschehen ist, den Rassismus, den Gedanken, wie eine 1:1 Umkehr der Rassenfeindlichkeit beurteilt würde, wie viel Empörung gegenüber wie wenig Empörung. Das sind Gedanken, denen man sich stellen soll.