Am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen versucht die Schauspielerin Casey Fletcher in ihrem Haus am Lake Greene wieder zu sich zu finden. Doch die Stille und ihr Wunsch nach Vergessen lassen sie immer wieder zum Alkohol greifen. Als Casey beginnt, ihre Nachbarn durch ein Fernglas zu beobachten, stellt sie schnell fest, dass dort etwas nicht stimmt. Bald weiß sie nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann – weder ihren Nachbarn noch sich selbst.
Die Geschichte beginnt mit einem spannenden und atmosphärischen Einstieg, der sofort einen Sog entwickelt – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders gut fand ich, wie eindringlich und nachvollziehbar die Alkoholkrankheit der Protagonistin beschrieben wird. Allerdings hätte ich mir eine Triggerwarnung gewünscht, da das Thema stark im Fokus steht und für einige Leser*innen belastend sein könnte.
Während der Handlung war ich lange unsicher, in welche Richtung sich “Lake” entwickeln würde. Viele Rezensionen deuteten auf einen überraschenden Plottwist hin – und tatsächlich hat mich dieser Wendepunkt vollkommen unvorbereitet getroffen. Im Nachhinein hat er für mich gut funktioniert, da er unerwartet und originell war. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass nicht jede/r Leser/in damit glücklich sein wird.
Die Figuren sind solide ausgearbeitet, auch wenn sie nicht unbedingt langfristig im Gedächtnis bleiben. Nur Casey hat als Hauptfigur eine starke Präsenz, während die Nebencharaktere etwas blasser wirken.
Für mich persönlich hätte das Ende anders ausfallen können. Hier hätte ich mir mehr Mut gewünscht.
Alles in allem ist “Lake” ein spannender Thriller mit einem unkonventionellen Twist, der Fans des Genres eine gute Mischung aus Spannung und Überraschung bietet.