(Inhalt vgl. Cover) Hörbuch
Ich war gespannt zu erfahren, was es mit dem Titel in sich hat. Bis zuletzt habe ich keine Antwort darauf erhalten. Ob es wohl damit zu tun hat, dass Mary (die Hauptprotagonistin) ein Bauernmädchen war?
Die Geschichte hat mich von Beginn weg fasziniert. Nicht unbeteiligt war dabei die Stimme der Leserin Laura Maire. Sie sprach differenziert. Sie konnte die verschiedenen Personen entsprechend den jeweiligen Situationen bestens darstellen. Der Schreibstil war einfach, passend zur Erzählerin, der jugendlichen Mary. Wie sie trotz ihrer Herkunft lesen und schreiben konnte, wird in der zweiten Hälfte des Buches klar.
Der Alltag wurde so geschildert, wie er mir aus andern Geschichten, die im 19. Jahrhundert spielen, bekannt ist: harte Arbeit an erster Stelle, keine Anerkennung, oft Gewalttätigkeit, wegschauen, lieblos, zuwenig zu essen. Auch der Umgang mit Mädchen hat mich nicht überrascht, jedoch immer wieder traurig gemacht (Verfügbarkeit, keine Bildung, Schuldzuweisung).
Überrascht und nicht realistisch für jene Zeit empfand ich die Unbekümmertheit von Mary, ich musste dabei oft schmunzeln und habe mir gewünscht, ich wäre in meiner Jugendzeit so direkt gewesen, hätte meine Meinung gesagt und Fragen stellen können. Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der liebevollen Beziehung von Mary zu ihrem Grossvater. Aufgrund der bildhaften Beschreibung konnte ich mir das “setting” der Geschichte sehr gut vorstellen.
Das Ende hat mich in einem Bereich überrascht, aber es passte zur erstarkten Mary.