Deutscher Titel: “Solange du bei uns bist”, deutschsprachige Inhaltsbeschreibung siehe hier.
Inhalt siehe Beschreibung.
Ich finde den englischen Buchtitel viel treffender als den deutschen. Lone wolf - Einzelgänger. Das trifft mindestens auf Luke, den Familienvater absolut zu. Mit dem schrecklichen Autounfall beginnend, rollt das Buch die Familiengeschichte auf. Luke, der Vater, Georgie, die Mutter, Edward, der Sohn, gut 24 jährig, Cara, die Tochter, 17 ¾ jährig. Auch ist das Buch weniger sanft einlullend, wie der deutsche Titel mir suggeriert.
Da die Eltern geschieden sind, Cara noch minderjährig, Edward seit sechs Jahren keinen Kontakt mehr zur Familie hatte, ist die Frage, wer entscheiden darf/soll, ob die lebenserhaltenden Massnahmen weitergeführt werden oder nicht.
Ob die Geschwister, die auseinandergerissene Familie wieder zusammenfinden, sie die schwierige Frage lösen können, das Rudel sich wieder riechen mag? Es ist nichts vorhersehbar in diesem Buch, man bleibt gespannt bis zum Schluss und leidet förmlich mit.
Die Kapitel sind wechselweise aus der Sicht der einzelnen Protagonisten geschildert, was einem ermöglicht, die jeweilige Position allenfalls zu verstehen und sie nicht quasi aus “fremdem Mund” zu hören. Es kommen noch weitere wichtige Personen dazu.
Die Familie hatte keine einfache Geschichte, gerade dadurch, dass Luke sich als richtiggehender “Wolf nerd” präsentierte. Beispielsweise zog er einmal für zwei Jahre von der Familie weg, um mit einem Wolfsrudel in der Wildnis zu leben. Die Schilderungen der Erlebnisse mit den Wölfen werden jeweils in Kapiteln, die Luke zugeordnet sind, erzählt. Das sind faszinierende Erzählungen. Auch die Schilderungen, wie die “Kinder” ihr Aufwachsen erlebt haben, ihren Vater, können einen einnehmen. Vollends packend wie ein Thriller ist allerdings die Auseinandersetzung, das Kämpfen darum, ob Luke am Leben erhalten werden soll oder nicht, und ob seine Organe allenfalls einem anderen Menschen zugutekommen sollen.
Jodi Picoult hat einen wirklich fesselnden Roman geschrieben. Ganz offensichtlich wollte sie die Themen Organspende, das Recht zu sterben im Buch unterbringen und auch das Leben von Wölfen, ihr ausgeprägtes Rudelverhalten soll zum Zug kommen. Darauf weisen ihre Angaben zu entsprechenden Webseiten und einem Buch über und von einem Mann, der tatsächlich mit Wölfen gelebt hat, hin.
Die Sprache ist gut und flüssig zu lesen. Obwohl Englisch eine Fremdsprache ist für mich, war es ein Pageturner für mich. Wörter, deren Bedeutung ich nicht gekannt hatte, waren aus dem Zusammenhang klar definierbar.