Ich liebe generell die nordische Mythologie und weil ich bisher noch nicht über Druiden gelesen habe, wollte ich die Geschichte unbedingt lesen. Der Klappentext versprach schon Mal ein grosses Fantasy-Abenteuer, was zwar auch stimmt, aber eher verwirrend und unlogisch umgesetzt wurde.
Mylo ist Druidenwärter und kümmert sich um all Licht- und Schattenwesen auf der Insel. Jedoch naht sich eine Bedrohung, weil das Christentum “das Böse” und somit die ganze Magie auslöschen will. Mylo selbst hat keine Magie, er tut aber dennoch alles mögliche, um ein richtiger Druide zu werden. Vielleicht findet er dann heraus, wer seine Mutter ist. Jedoch, während seiner täglichen Routine, beging er ein Fehler und wird von einer Banshee verflucht. Hilfe holt er sich aber von der gefährlichsten Kreatur, vom Nuckelavee. Mylo spürt, dass er ihm nicht trauen kann, aber hat mehr oder weniger keine grosse Wahl. Also begibt er sich zusammen mit einem Brownie namens Broc auf dem Weg, um die ganzen Relikte zu suchen. Dabei stösst er nicht nur auf Herausforderungen, sondern ist auf der Spur zu seinen eigenen Wurzeln.
An sich gefiel mir die Atmosphäre sehr. Es ist düster und mystisch, all diese nordischen Kreaturen und Wesen wurden in die Geschichte mit einbezogen. Für jemanden, der sich eher weniger damit auskennt, ist etwas schwierig. Ich persönlich habe jede einzelne Kreatur googeln müssen, damit ich mir überhaupt vorstellen kann, wie sie aussehen. Für Kenner dürfte es einfacher sein. Dementsprechend hatte ich zu Beginn grosse Mühe überhaupt in die Geschichte eintauchen zu können. Mylo hat mir als Charakter gut gefallen. Am Anfang eher tollpatschig und unwissend, doch während seiner Reise lernt er sich besser kennen und kommt aus sich heraus. Unterwegs trifft er nicht nur auf gefährliche Wesen, sondern auch auf Fiona, einer Fischerstochter und Torvis, einer Selkie. Er fühlt sich von beiden angezogen, aber auf einer ganz anderen Art und Weise. Es wird auch schnell preisgegeben, wer seine Mutter ist, was mich etwas überraschte. Dies war aber nötig, damit Mylo überhaupt weiss, wie er damit umgehen soll und was seine eigentliche Aufgabe ist. Während ihrer Reise lernen sie sich besser kennen und sind zusammen die Antwort auf das ganze Rätsel.
Fiona ist eine herzliche Person und lehnt alle Arten von Gewalt ab. Torvis hingegen ist eine starke und selbstständige Selkie, die ebenfalls eine Mission hat. So unterschiedlich sie alle sind, sie teilen dennoch ein gemeinsames Leid: den Verlust einer geliebten Person. Sie können sich zu Beginn gar nicht ausstehen, lernen aber während ihrer Abenteuer miteinander umzugehen und durch das Verständnis, was sie während der Reise bekommen, zwingt sie dazu das Ganze aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Das ganze Rätsel um Mylo’s Mutter und seiner nicht vorhandenen Macht zieht sich durch das ganze Buch. Ich empfand es einerseits spannend, andererseits gab es einige Szenen, die sich unnötig in die Länge zogen. Oft empfand ich es eher verwirrend und unlogisch, weswegen ich nicht alles nachvollziehen konnte. Es gab schöne Momente, aber auch brutale und blutige, was eine gute Abwechslung darstellte. Gute und böse Wesen vermischen sich und selbst bei den Druiden konnte man nicht immer sagen, wer vertrauenswürdig ist. Die Bedrohung selbst kam erst am Ende des Buches und zog sich mehrere Seiten. Hier bin ich unschlüssig, wie ich es finden soll. Jedenfalls wurden alle Geheimnisse gelüftet und Mylo weiss nun endlich, wer er ist.
Wer sich für nordische Mythologie interessiert und es düster und mystisch mag, wird hier garantiert auf seine Kosten kommen. Im Buch sind sogar noch wunderschöne Illustrationen abgebildet, gezeichnet von Elya Adair. Ein gutes Fantasy-Buch für Zwischendurch.