Dörte Hansen hat mich mit ihrem Buch absolut abgeholt und auf der Nordseeinsel eintauchen lassen. Die raue Schönheit der Natur und die Einsamkeit der Inselbewohner hat sie meisterhaft eingefangen. Ihre Beschreibungen der stürmischen See, der weiten Sandstrände und der kleinen Fischerdörfer mit ihren Bewohnern sind so lebendig, dass ich förmlich den salzigen Wind auf der Haut spüre.
Die Protagonisten sind vielschichtig und tiefgründig. Sie sind geprägt von ihrer Vergangenheit und den Traditionen ihrer Vorfahren, gleichzeitig aber auch von dem Wunsch nach Veränderung. Die verschiedenen Perspektiven haben dem Buch eine besondere Tiefe verliehen und es zu einem runden Ganzen gemacht.
«Zur See» thematisiert auf besondere Weise die Frage nach Heimat und Identität. Die Inselbewohner sind eng mit ihrer Umgebung verbunden, und doch stehe sie vor Herausforderungen der modernen Welt, die ihre gewohnte Lebensweise infrage stellt. Der Verlust der alten Traditionen und der damit verbundene Schmerz werden auf bewegende Weise beschrieben.
Dörte Hansens Roman ist ein Leseerlebnis der besonderen Art. Wer sich für Geschichten über die Natur, die Menschen und ihre Sehnsüchte interessiert, wird an diesem Buch seine Freude haben. Ich kann es jedem empfehlen, der einmal die raue Schönheit der Nordsee hautnah erleben möchte.