Darum geht es in diesem Buch, was noch nicht besonders wäre aber …
Die Geschichte, die Erzählweise, die Sprache, die Umgebung, in der es spielt, die Verschiedenheit der Personen, hat es für mich zu einem einerseits hochspannenden Buch gemacht, das mich durch die Sanftheit, die Beschreibung des Dorfes, der Charaktere und wie die Liebe thematisiert wird, wie mit Leid umgegangen wird, ganz eingehüllt und eingenommen hat.
Ergänzend zur Inhaltsbeschreibung beim Artikel:
Für Roberta ist der Weg eigentlich vorgegeben - dass sie den Hof übernehmen sollte. Ihre Träume vom Schneidern und Entwerfen von Mode sind nicht vergangen. Gleichzeitig liebt sie den Hof, das Land, die Tiere, die Arbeit, den Geruch von Erde, Gras, Heu. Und da ist noch ihr Opa.
In einem zweiten Erzählstrang nimmt die Frau Pfarrer, also Frau des Pfarrers, die Mutter von Wilhelm, einen wichtigen Platz im Buch ein. Diese Mutter fühlt sich im Dorf nicht daheim, fremd. Hier gelingt es Arenz nur schon damit, dass sie “Frau Pfarrer” genannt wird, die Distanz spürbar zu machen. Hier findet man ein zweites Leben mit zwei Leben.
Erzählstil
Es fühlt sich nostalgisch an, dieses Buch zu lesen. Die Ausdrucksweise ist manchmal altmodisch und gewisse Ausdrücke stammen wohl aus dem Süddeutschen Raum. Ich finde, das passt sehr gut und es hat mir gefallen. Die Zärtlichkeit zwischen Menschen, die Zärtlichkeit, die Roberta der Natur und auch Stoffen gegenüber zum Ausdruck gibt, genauso wie die Sprache, in der Enttäuschung, Einsamkeit, Gram zum Ausdruck kommt ist ausgezeichnet.
Fazit
Ein Buch, mit dem ich mit den Menschen mitgehen konnte, durch grosses Glück, tiefes Leid und schwierige Fragen.
- So. Bist du auch wieder da?
Die Begrüssung gestern Abend, als die Eltern vom Feld kamen. Ohne Überraschung und ohne Freude. Als wäre sie nur beim Arzt gewesen oder in der Schule, nicht drei Jahre fort in der Stadt.
So. Bist du auch wieder da?
- Ja, was erwartete sie denn? (Gertrud, die Frau Pfarrer) Damals hatte sie nicht gedacht, dass einmal alles so vorgezeichnet sein würde. Hermann war ihr wie ein Ausweg in eine grössere Welt erschienen.
- Aber so war es schon immer gewesen. Die innere und die äussere Roberta, hatte der Opa einmal gesagt, die passen nicht recht zusammen. Warum?, hatte sie damals gefragt. Der Opa hatte lächelnd die Schultern gehoben. Wenn du es selber nicht merkst. Aber dann hatte er gesagt, dass es kein anderes Mädchen im Dorf gab, für das der Himmel nicht einfach blau war. Dass sie sehen konnte, dass er an jedem Tag ein anderes Blau hatte und sie die richtigen Wörter dafür fand. Veilchenblau und Gewitterblau und Lavendelblau und Kirchenblau und Augenblau.